Wer wird bester deutscher Jungwinzer?

Bundesfinale des Berufswettbewerbs der Landjugend vom 1. bis 5. Juni im Weingut Raddeck in Nierstein

© Weingut Raddeck
Bereits zum 32. Mal veranstalten der BDL, der Deutscher Bauernverband und der Deutscher LandFrauenverband mit ihren Landesverbänden und der Schorlemer Stiftung eines der größten grünen Fort- und Weiterbildungsprojekte der Bundesrepublik.
Unter dem Motto „Grüne Berufe sind voller Leben - Nachwuchs bringt frischen Wind“ haben seit Anfang Februar mehr als 10 000 junge Fachkräfte aus ganz Deutschland ihr theoretisches und praktisches Können in der Haus-, Land-, Tier- und Forstwirtschaft sowie dem Weinbau miteinander verglichen und für sich selbst festgestellt, wo sie in ihrer beruflichen Ausbildung stehen.

Der Berufswettbewerb
Alle zwei Jahre treffen sich alle Auszubildenden, Berufsschüler und Fachschüler und zeigen ihr Können beim Berufswettbewerb Weinbau der Deutschen Landjugend. Geprüft wird in zwei Klassen. In der Leistungsklasse I treten die Berufsschüler an und in der Leistungsklasse II messen sich angehende Fachschüler, Meister und Techniker.
Die Erstentscheide im Weinbau fanden im Februar und März an den Berufs- und Fachschulen in den einzelnen Weinanbaugebieten statt. In der ersten Runde wurden sowohl Theorie als auch praktische Fähigkeiten geprüft. In der Theorie ging es dabei um Zahlen, Daten und Fakten aus dem Berufsalltag. Von Einfluss und Besonderheiten bestimmter Standortkriterien, über Berechnungen von Investitionen in neue Maschinen und Geräte bis hin zur Erläuterung und Begründung von Schnittmaßnahmen, sowie der Vorgehensweise bei Neuanlage eines Weinberges, war alles dabei. Gefragt waren aber auch allgemeine Fähigkeiten, wie das korrekte Aufsetzten eines Anschreibens, die Durchführung des Schriftverkehrs und die korrekte Anwendung des Dreisatzes.
Die Praxisaufgaben waren zur Freude aller ebenso vielfältig gewählt. Von der Reparatur und Funktionsprüfung eines Schleppers, dem Erschmecken der vier Grundgeschmacksarten oder einer kurzen Präsentation vor Publikum, bis hin zur Entnahme einer Fassprobe in Teamarbeit und dem Vorbereiten der Kammerfilterpresse auf die Filtration. Alle Aspekte des Winzerberufs wurden geprüft Die Teilnehmer am Bundesentscheid mussten also schon im Vorfeld ein vielseitiges Fachwissen unter Beweis stellen und Aufgaben meistern, die nicht immer alltäglich sind.
Im April wurden dann die Landesentscheide ausgetragen, um den Champion der jeweiligen Weinbaugebiete zu ermitteln. Nur die zwei besten Auszubildenden und Fachschüler aus jedem Anbaugebiet haben sich für das Bundesfinale in Rheinhessen qualifiziert.

Bundesfinale
Die Jungwinzer der einzelnen Anbaugebiete kommen nun vom 1. bis 5. Juni 2015 im Weingut Raddeck in Nierstein zusammen, um den besten deutschen Jungwinzer zu ermitteln. An diesem Ort hoch über dem Rhein, mitten in den Weinbergen wird beiden Leistungsklassen einiges abverlangt. Die Aufgaben sind noch geheim, aber eines ist sicher: Auf die Finalteilnehmer wartet eine unvergessliche Woche. Den Auftakt macht am Montag eine große, deutschlandweite Weinverkostung, zu der die Nachwuchswinzer ihre Weinbaugebiete präsentieren. Am Dienstagmorgen steht dann die theoretische Prüfung im DLR Oppenheim an. Zeit zum Durchatmen bleibt den Teilnehmern kaum, am Nachmittag und am Mittwoch werden sie dann in den Weingütern Raddeck und Seebrich in den Praxisfeldern Weinbau, Keller und Vermarktung geprüft. Natürlich darf auch der gesellige Aspekt nicht zu kurz kommen. Eine Gruppe Niersteiner Jungwinzer lädt die Richter und Prüflinge des Wettbewerbs am Dienstagabend zur Wanderung in den Roten Hang ein. Am Mittwoch steht zum Abschluss der Wettbewerbe eine kulinarische Weinprobe im Restaurant „Vis-à-vis“ in Osthofen und der Besuch der Erdbeerparty der Landjugend Monzernheim auf dem Programm. Wenn die Anspannung vorbei ist, lädt die Landjugend RheinhessenPfalz, als Veranstalter des Finales, alle Prüflinge zu einer Weinentdeckungstour durch Rheinhessen ein. Auf dem Programm stehen die Erzeugergemeinschaft „Goldenes Rheinhessen“ in Bornheim, das Weingut Espenhof in Flonheim und das Weingut Manz in Weinolsheim. Im Laufe dieses informativen Tages wird die Anspannung sicher steigen, denn am späten Donnerstagabend werden in Nierstein die Sieger bekanntgegeben.

Dank an alle Unterstützer
Eine solche Veranstaltung reibungslos durchzuführen, ist eine große Herausforderung. Nur mit Partnern, die mit Ihrem Engagement den Nachwuchs fördern möchten, gelingt es einen für den Nachwuchs attraktiven Wettbewerb zu gestalten. Sie sorgen für die Bereitstellung von Prüfungsmitteln, Siegerpreisen und ein interessantes Begleitprogramm. Unterstützt wird die Landjugend bei der Ausrichtung des Berufswettbewerbes durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die Landwirtschaftliche Rentenbank. Das Bundesfinale in Nierstein unterstützen der Förderverein der Landjugend RheinhessenPfalz, der Bauern und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V., das Deutsche Weininstitut, Ero Binger Seilzug, Fa. Wagner in Alzey, Scharfenberger, Flaschen Wittmer, Kirks Total Wine, Clemens Tankbau, Zwiesel Kristallglas, VDP. Die Prädikatsweingüter, sowie das Weingut Raddeck als Austragungsort.

bwv