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Von der Schmiede an die Börse

Sie wollen Maschio an die Boerse bringen (v.l.): Egidio Maschio, Walter Faltner und Peter Faltner.
Foto: Setzepfand
Maschio feiert sein 50-jähriges Bestehen
Das nahm das italienische Unternehmen zum Anlass die landwirtschaftliche Presse zu einer Betriebsbesichtigung nach Venedig einzuladen. Man wollte das Herz der Maschio-Gruppe zeigen. Diese beschäftigt heute rund 2 000 Mitarbeiter weltweit und generiert einen Umsatz von 350 Mio. €. Sie besteht aus vielen, italienischen Firmen. So gehören zur Maschio-Gruppe die Marken Gaspardo, Terranova, Grinta, GL1, Unicka, Finotto, Unigreen, deltaprogetti, Moro, Visini, Feraboli, NovaPlastica und Primis. Das Herz der Maschio-Gruppe schlägt in Campodarsego, einem kleinen Dorf unweit von Venedig. Hier starteten die drei Brüder Egidio, Giorgio und Antonio Maschio mit ihrer Schmiede im Jahr 1964. Man war bäuerlich organisiert und sah sich in den umliegenden Dörfern um, welche Maschinen gebraucht wurden.
Ab 1974 produzierte man Kreiseleggen, man entwickelte die erste Fräse schwerer Bauart, und hatte Erfolg mit der schweren Kreiselegge „Diamante“. Schon 1984 wurde nach Deutschland exportiert, Walter Faltner hat den Vertrieb übernommen. „Und mit dem Kauf der Firma Gaspardo im Jahr 1994 waren die Weichen für ein ernstzunehmendes europäisches Unternehmen gestellt“, sagte Peter Faltner, der Geschäftsführer von Maschio Deutschland, der die Führungen durch die fünf Werke der Maschio-Gruppe leitete.
Gestartet wurde in Cadoneghe bei der Firma Terranova. Hier ist die große Schmiede des Unternehmens. Hier werden scharfe Messer für Fräsen oder Zinken für die Kreiselegge gefertigt. Dann geht die Fahrt ins Pressen- und Stanzwerk zur Firma Unicka in San Giorgio delle Pertiche, dieses Unternehmen wurde 2010 von Maschio übernommen und war zuvor ein Zulieferer. Hier steht eine der größten Stahlpressen Europas.
2014 werden 350 Mio. € Umsatz erwartet
Zurück in Campodarsego. Der 70-jährige Egidio Maschio, einer der Firmengründer, heißt die Gruppe willkommen und stellt die Ziele von Maschio vor: „2017 wollen wir an die Börse gehen, um weitere Mittel für unser Unternehmen zu generieren. Wir wollen dann einen Umsatz von 600 Mio. € machen. Wir wollen uns global weiterentwickeln: Brasilien, Argentinien und ganz Afrika ist vor der Tür.“ Bereits heute werden 85 % des Umsatzes im Ausland getätigt. Dabei helfen die Vertriebsfilialen in Nordamerika, Spanien, Frankreich, Deutschland, Polen, Ukraine, Rumänien, Georgien, Türkei, Iran, Indien, China und Russland. Dann geht es ins Werk, in dem allerlei Teile lackiert werden. Die Lackierung erfolgt in elektrischen Feldern, was zuvor metallisch aussah kommt in Maschio-rot aus dem Tauchbad. 3,5 h dauert der Lackierprozess, davon 1,5 h im Ofen bei 180° C. Teile, die mit Dünger oder dem Boden in Berührung kommen werden zusätzlich pulverbeschichtet. In langen Straßen werden die Teile zu Kreiseleggen, Fräsen und Mulchgeräten montiert. Anschließend steht das Werk von Gaspardo in Morsano al Tagliamento auf dem Programm. Hier wird die Sätechnik von Maschio hergestellt: Einzelkorn- und Getreidesämaschinen in allen Größen. Auch Gemüsesämaschinen werden hier produziert. Die letzte Station war die Firma Unigreen in Portogruaro, hier werden die Pflanzenschutzgeräte montiert, auch Selbstfahrer sind dabei. Zukünftig sollen auch Pflanzenschutzgeräte für den Weinbau von Maschio vertrieben werden.
zep