Rheinland-Pfalz hat gemeinsam mit dem DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück die GeoBox-Infrastruktur in den letzten Jahren vorangetrieben. Über die Chancen der Agrardatendigitalisierung sprachen Experten aus Politik, Agrarwirtschaft und der Praxis beim „GeoBox-Talk“ am Mittwoch der AgrarWinterTage.
Vor zehn Jahren habe Rheinland-Pfalz das Projekt GeoBox, das man zuvor fast schon beerdigt hatte, noch einmal gestartet, so Staatssekretär Andy Becht. Der „Innovationshunger“ der Landwirte und Winzer treibe seitdem alle beteiligten Projektpartner voran, zeigte sich Becht wegen der Nachfrage erfreut. „Wir müssen nun so schnell wie möglich den Feldatlas auf den Weg bringen“, betonte der Staatssekretär.
Weniger Mehrfacheingaben in Aussicht
Erste Einblicke in den Feldatlas, zu dem der Zugang über den Landwirtschaftlichen Elektronischen Antrag (LEA) erfolgt, gab Dr. Matthias Trapp vom DLR. Hierüber können Landwirte nitratbelastete Gebiete (Nmin-Werte) pro Schlag einsehen oder Daten für die Schlagkartei exportieren.
Die Potenziale der GeoBox- Infrastruktur zur Bürokratieentlastung und als Innovationstreiber zeigte Dr. Volker Wenghoefer vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz auf. Den GeoBox- Feldatlas könne man zum Beispiel bei der Dokumentation von Pflanzenschutzmitteln mittels der Plattform PSM-DOK nutzen, mit Farmmanagementsystemen oder Drohnen vernetzen oder Anträge beziehungsweise Meldungen an Fachbehörden einreichen. Von einem vernetzten Agrardatenraum profitierten alle, ist Dr. Nicolas Hummel, VDMA Landtechnik, überzeugt. Damit sei eine einfachere Datenverarbeitung möglich, es gebe Arbeitserleichterungen für die Landwirtschaft und weniger Mehrfacheingaben durch die Wiederverwendbarkeit der Daten.
„Uns und unsere Kollegen stört es, immer wieder die gleichen Daten einzugeben“, sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland- Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, in der Diskussionsrunde. Es kämen immer wieder neue Dokumentationsauflagen dazu, an die versprochene Entbürokratisierung glaube die Praxis nicht. Auch laut Andy Becht werde die Bürokratie nicht weniger werden. Aber „das Komplizierte“ müsse einfacher werden, forderte Becht.
Franziska Nicke, Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes, wünscht sich, dass die GeoBox kostenlos für Winzer und Landwirte bleibe und der Feldatlas möglichst einfach aufgebaut sei. bla