Um eine Überlastung der Anlagen vor allem im Umstellungsjahr zu vermeiden und eine Alternanz des Ertrages für die Folgejahre zu verhindern, rät die Weinbauberatung zu einer Ertragsregulierung in Minimalschnittanlagen im Spalier. Bei hohen Erträgen sei es schwierig, gewünschte Qualitäten zu erreichen.
Bei eng ausgeführtem Sommerschnitt ist die Gefahr, sich Ertrag „abzuschneiden“ bei Dornfelder (lange Internodien, relativ weit oben am Trieb hängende Trauben) recht hoch. Da in Minimalschnittanlagen der Einsatz von Phytohormonen (Gibb oder Regalis) aufgrund der Wirkungsweise und Dosierung keine Möglichkeit darstellt, ist die Vollernterausdünnung die einzige rechtlich zulässige und einigermaßen steuerbare Möglichkeit, den Ertrag zu regulieren. Der Einsatz erfolgt erst nach der Traubenblüte und sollte früh geplant und mit dem Lohnunternehmer abgesprochen werden. Um das Risiko eines zu starken Eingriffs zu senken, ist die Bandausdünnung (nur der untere Teil der Laubwand) sinnvoll, weil die unteren Trauben qualitativ meist etwas schlechter sind. DLR RNH