FAIRgoren – Zukunft im Glas

12. Ecovin Jungwinzer-Tagung

Foto: Ecovin
Vom 27. bis 29. März 2026 trafen sich engagierte Jungwinzer in der Jugendherberge Bingen zur 12. Ecovin-Jungwinzer-Tagung. Unter dem Leitmotiv „FAIRgoren – Zukunft im Glas!“ diskutierten sie Zukunftsfragen des Ökoweinbaus – von Humusaufbau und Klimaschutz bis hin zur sozialen Verantwortung in der Branche. Die dreitägige Veranstaltung bot ein vielseitiges Programm aus Fachvorträgen, praxisnahen Workshops und interaktiven Diskussionsformaten. Im Mittelpunkt stand der Austausch der Studierenden und Auszubildenden mit jungen Betriebsleitern und Berufs­einsteigern bis hin zu Wein­enthusiasten.
Fachvorträge zum zukunftsfähigen Weinbau
Den Auftakt bildete eine Betriebsführung bei Amorim Cork Deutschland in Bingen, die Einblicke in nachhaltige Korkproduktion ermöglichte. Dann spannte Prof. Dr. Claudia Kammann, Hochschule Geisenheim University, in ihrem Impulsvortrag den Bogen zum Klimawandel und zeigte auf, welche Anpassungsstrategien es braucht, um den Weinbau zukunftsfähig zu gestalten.
Humus aufbauen und CO2 speichern als Klimaschutz
Am Samstag standen praxisorientierte Workshops im Fokus: Gemeinsam mit Annegret Pflugfelder, Bioland, Olympia Samara, Demeter, und Oskar Tag, Naturland, aus dem CarboVino-Projekt diskutierten die Teilnehmenden über Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung als Maßnahmen im Klimaschutz. Eine Exkur­sion in den Binger Wald veranschaulichte die Inhalte vor Ort.
Ein weiterer Workshop widmete sich der CO₂-Bilanzierung und nachhaltigen Betriebsstrategien im Ökoweinbau. Sonja Ostermayer, Wertvoll Wirtschaften, und Dr. Desirée Palmes, TH Bingen, erarbeiteten mit den Teilnehmenden Nachhaltigkeitsaspekte und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für den Betriebsalltag.
Im dritten Workshop stellte Uwe Greff das Modell der BioBoden Genossenschaft vor und diskutierte Herausforderungen der Hofübergabe sowie Perspektiven für eine zukunftsfähige Ökolandwirtschaft. Ergänzend berichtete Wolfgang Bender von Habitat Weine eG aus der Praxis und erläuterte die Umwandlung seines Betriebs in eine gemeinwohlorientierte Genossenschaft.
„Terroir der Hefen“ und Einfluss auf den Wein
Zum Abschluss referierte Prof. Dr. Ulrich Fischer, DLR Rheinpfalz, zum Thema „Terroir der Hefen“, begleitet von einer Verkostung. Dabei wurden Ergebnisse zu regionalen Hefepopulationen und deren Einfluss auf den Wein vorgestellt. Um die Ergebnisse sensorisch erfahrbar zu machen, wurden Weine aus gleichem Jahrgang und gleicher Lage probiert, die von renommierten Betrieben spontan vergoren und terroirgetreu ausgebaut wurden.
Der Sonntag stand im Zeichen des fairen Miteinanders im Weingut. Anika Bolten, Evangelisches Bauernwerk e.V., und Žana Schmid-Mehic, BAG Familie und Betrieb e.V., erarbeiteten zentrale Grundlagen einer wertschätzenden und fairen Arbeitskultur und entwickelten in einer spannenden Diskussion Umsetzungsstrategien für den Betriebsalltag.
Neben den fachlichen Inhalten spielte das Netzwerken der Teilnehmer eine zentrale Rolle. In vielen Gesprächen wurden Impulse vertieft, Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Der Erfolg der Tagung zeigt, wie viel Engagement, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein in der jungen Generation des Ökoweinbaus steckt.
Gleichzeitig unterstreicht er die Bedeutung solcher Plattformen für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen – gerade in herausfordernden Zeiten. „Es war keine Depression zu spüren, sondern ein realistischer Blick und die Freude, nach vorne zu gehen. Mit einer solchen Gruppe kann man zuversichtlich auf die zukünftige Entwicklung im Weinbau blicken“, resümiert Referent Uwe Greff von der BioBoden Genossenschaft.
Der Bundesverband Ökologischer Weinbau und das ehrenamtliche Organisationsteam bedanken sich bei allen Sponsoren, die es ermöglichten, qualitativ hochwertige Inhalte und eine vielfältige Teilnahme zu realisieren. Ecovin