Franken: Start für regionales Entalkoholisierungszentrum

Mit einem Fachsymposium nahm die Winzergemeinschaft Franken eG (GWF) Ende März am Standort Kitzingen das ­erste regionale Entalkoholisierungszentrum für Frankenwein in Betrieb. Mit einem Inves­ti­tionsvolumen von rund 1 Mio. € (brutto) schließt die GWF eine Infrastrukturlücke und bietet die Anlage als zen­tralen Dienstleister für alle fränkischen Weinbaubetriebe an – unabhängig von deren Größe oder Vermarktungsweg.
Bisher mussten fränkische Betriebe ihre Weine für die Entalkoholisierung in andere Bundesländer transportieren – ein logistischer und finanzieller Kraftakt, der die Wett­bewerbsfähigkeit der Region schwächte. „Wir holen die Wertschöpfung zurück nach Franken“, betont der Vorstand der GWF. „Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten zehn Jahre über 1 Mio. L alkoholfreien Wein in der Region zu produzieren und damit ein Marktpotenzial zu erschließen, das mit der Entwicklung bei alkohol­freiem Bier vergleichbar ist.“
Neuste Technologie für maximalen Aromaschutz
Technischer Partner des neuen Zentrums ist der Anlagenbauer Kieselmann. Die installierte DEALC-Anlage basiert auf einer fortschrittlichen Membrantechnologie (Baujahr 2026), die eine effiziente Abtrennung von Ethanol bei gleichzeitiger Rückgewinnung aromaaktiver Verbindungen mittels Umkehrosmose erlaubt. Mit einer Kapazität von 10.000 L pro Tag (über 2 Mio. L pro Jahr) ist das Zentrum für die steigende Nachfrage bestens gerüstet. Eine integrierte Velcorin-­Dosierung sorgt zudem für die notwendige mikrobiologische Stabilität der alkoholfreien Produkte. GWF