Der Weinjahrgang 2026 fällt in Baden-Württemberg deutlich kleiner aus als im Vorjahr. Die Winzer- und Weingärtnergenossenschaften erwarten in Württemberg ein Minus von rund 30 %, in Baden von etwa 15 % unter dem Vorjahresniveau. Der Genossenschaftsverband BWGV spricht zugleich von hervorragender Qualität und gesunden Trauben. Die Mostgewichte sind überdurchschnittlich und die Aromen hoch konzentriert. 2026 habe das Potenzial, ein besonders guter Weinjahrgang zu werden.
BWGV-Präsident Dr. Ulrich Theileis machte deutlich, dass die Mengeneinbußen die Winzer sowie ihre Genossenschaften in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation träfen. Sinkender Weinkonsum gehe einher mit einem intensiven internationalen Preiswettbewerb und steigenden Kosten bei Energie, Logistik, Betriebsmitteln und Pflanzenschutz. Hinzu kämen steigende Arbeitskosten infolge des höheren Mindestlohns. Die kleine Ernte 2026 drohe den Strukturwandel weiter zu verstärken.
Mit 62,6 Mio. Liter Wein und Sekt habe das Absatzvolumen der 95 baden-württembergischen Winzer- und Weingärtnergenossenschaften im ersten Halbjahr 2026 um 2,5 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen. Gleichzeitig sei der Umsatz um fast 10 % auf 171,3 Mio. Euro gesunken, so Theileis.
Der BWGV fordert von der Politik Förderprogramme, die Kooperationen und Fusionen sowie Flächenanpassungen und geordnete Rückbauprozesse unterstützen. Zudem brauche es Investitionen, um Vermarktungschancen zu verbessern, Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu schaffen.
Heimische Weine stärker bewerben
Es greife zu kurz, die Lösung der Weinmarktkrise ausschließlich in einer Verringerung der Rebfläche zu suchen. Die Produktion müsse sich stärker an den Wünschen der Verbraucher orientieren. Der BWGV sieht in den von der Landesregierung angekündigten Marketingmaßnahmen für heimische Weine einen richtigen Ansatz und setzt sich für eine Herkunftskampagne mit klarer Profilierung der Weinregionen Baden und Württemberg ein. age