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Pfalz

Grünes Licht für Fusion in der Pfalz

Die Mitglieder der beiden südpfälzischen Winzergenossenschaften Deutsches Weintor eG (Ilbesheim) und Weinkontor Edenkoben (Edenkoben) haben auf den Generalversammlungen der beiden Kooperativen grünes Licht für die geplante Fusion der Unternehmen gegeben, die nun rückwirkend zum 1. Januar 2019 wirksam wird.

Wirtschaftliche Lage verbessern

Dass die Fusion geklappt hat, ist offenbar auch der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Weinkontors Edenkoben geschuldet, auf die Rüdiger Stecher, Wirtschaftsprüfer beim Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. (Neu-Isenburg), im Rahmen der Generalversammlungen hinwies. Demnach wies die Bilanz der Edenkobener im Jahr 2017 einen Fehlbetrag von etwa 407 000 Euro aus, ein Jahr später einen Fehlbetrag von etwa 45 000 Euro. Darüber hinaus hat die Genossenschaft zahlreiche Mitglieder verloren, was nicht nur zu einem massiven Flächenrückgang (von 160 ha vor zehn Jahren auf nunmehr 98 ha) führte, sondern auch zu einem Abgang von Geschäftsguthaben, die den ausgeschiedenen Mitgliedern ausbezahlt werden mussten. Das wiederum ging zu Lasten der liquiden Mittel. Inzwischen habe dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Zur Abwendung einer drohenden Insolvenz sei die Fusion mit der Deutsches Weintor eG absolut sinnvoll, kommentierte Stecher. Die Ilbesheimer haben den Edenkobenern bereits im Mai ein Überbrückungsdarlehen in Höhe von 150 000 Euro zur Finanzierung von Traubengeldern gewährt. Weitere 100 000 Euro sollen folgen. Im Schulterschluss mit den Ilbesheimern sieht der Vorstand der Edenkobener den richtigen Weg in eine sichere Zukunft und verspricht sich eine deutliche Verbesserung der Auszahlungsleistung für die Mitglieder. Aber auch das Vorstandsteam der Deutsches Weintor eG versteht die Fusion als „eine wichtige Weichenstellung, um sich im weiter wandelnden Markt mit verstärktem Wettbewerb, anhaltender Konzentration auf Handelsseite und steigenden Qualitätsanforderungen behaupten zu können“.

Firmierung unter Deutsches Weintor

Der Verschmelzungsvertrag sieht vor, dass die Weinkontor Edenkoben eG die übertragende und die Deutsches Weintor eG die übernehmende Genossenschaft ist. Das neuformierte Unternehmen wird unter Deutsches Weintor eG firmieren. Wie Frank Jentzer, geschäftsführender Vorstand und Vorstandssprecher der Deutsches Weintor eG, erklärt, sollen in Edenkoben alle bestehenden Arbeitsverträge übernommen werden. Getrennt haben sich die Edenkobener allerdings von ihrer Geschäftsführerin Silke Gummels, die sich noch in der Probezeit befand. Die etablierte Marke Weinkontor Edenkoben, die Traubenannahme sowie die Vinothek und Weinlounge am Standort Edenkoben sollen ebenfalls erhalten bleiben – zumindest bis zum Jahr 2026. Abfüllung, Logistik und Verwaltung sollen dagegen am Standort Ilbesheim zentralisiert werden. wer