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3. Internationaler Scheurebe-Preis

It’s Scheutime

Foto: Wein+Markt
Die Scheurebe scheint aus ihrem langen Dornröschenschlaf geweckt worden zu sein. Der 100. Jahrestag der Alzeyer Züchtung im Jahr 2016 war wohl die Initialzündung zur nie geglaubten Renaissance einer speziellen und vielleicht immer verkannten Traube. Zum Jubiläum hatte der Fachverlag Dr. Fraund den Scheurebe-Wettbewerb ins Leben gerufen, um die Sorte stärker ins Rampenlicht zu rücken. Die Resonanz auf den 1. Internationalen Scheurebe-Preis übertraf mit 456 eingesandten Weinen alle Erwartungen, sodass der Wettbewerb seither jährlich stattfindet. Es gelang auch den Handel und die Gastronomie auf die deutsche Aromasorte aufmerksam zu machen, sodass Scheurebe auf dem Fassweinmarkt im Frühjahr 2018 ausverkauft ist.
Beim 3. Scheurebe-Preis 364 Weine am Start
Dieses Jahr wurden zum Wettbewerb 364 Weine eingesandt, davon 20 aus Österreich und zwei aus der Schweiz. Die meisten Anstellungen (148) kamen aus Rheinhessen, der Heimat der Scheurebe. Ebenfalls stark vertreten war die Pfalz mit 77 und Franken mit 65 Gewächsen. Baden schickte 28 Weine ins Rennen und die Nahe 18. Rheingau und Sachsen waren mit jeweils drei Weinen vertreten, der Mittelrhein mit einem. Die 364 Weine wurden in sechs Kategorien unterschieden: Kategorie 1: Perl- und Schaumwein; Kategorie 2: Trocken; Kategorie 3: Halbtrocken; Kategorie 4: Lieblich; Kategorie 5: Süß und Kategorie 6: Edelsüß. Erwartungsgemäß kamen mit 255 die meisten Weine aus dem Jahrgang 2017. Die 66 Weine aus dem 2016er Jahrgang zeigten sich noch frisch und fruchtig. 24 Weine aus dem 2015er Jahrgang und zwölf aus älteren Jahrgängen überraschten die Jury teilweise durch ihre Haltbarkeit. Der älteste Vertreter war ein 1989er. Erfreulich ist die positive Preisentwicklung, denn 72 % der angestellten Proben liegen zwischen 5 und 10 Euro/Flasche; 13 % kosten bis 5 Euro und 7 % immerhin 10 bis 15 Euro/Flasche. 8 % erzielen sogar 15 bis 65 Euro/Flasche. Beim Verschluss sind sich die Erzeuger weitgehend einig, denn 282 Weine haben einen Schraubverschluss. Nur 34 sind mit Naturkork verschlossen, zwölf mit Kunststoff, neun mit Microagglo und 27 Sekte mit Presskork.
Spannende Verkostung –  was ist typisch Scheu?
Die Verkostung fand am 20. April 2018 in Gau-Bickelheim statt. Zehn Gruppen mit jeweils vier oder fünf Jurymitgliedern aus Forschung, Erzeugung, Handel und Gastronomie verkosteten die Scheurebeweine. Die Jury probierte die Weine verdeckt nach dem 20-Punkte-Schema. Durchweg war die Qualität der Weine gut, aber was ist typisch Scheu? Das typische Cassisaroma, das in den 80er Jahren noch vorherrschte und charakteristisch für diese Sorte war, wird weniger. Bei den trocken ausgebauten Scheuweinen treten zunehmend grüne Töne in den Vordergrund. Die Scheurebe sorgt für Gesprächsstoff, ist nie langweilig und immer für eine Überraschung gut.
Preisverleihung beim Frühlingsfest der Weinbruderschaft
Die Bandbreite der Scheurebe ist beeindruckend, sie macht  – von trocken bis edelsüß – eine gute Figur. Die Leistungsdichte war enorm. Entsprechend eng ging es auf den vorderen Plätzen zu. Die jeweils drei Erstplatzierten in sechs Kategorien dürfen ihre Preise (Urkunden und Gewinnerpokale von Schott-Zwiesel) am 5. Mai in Empfang nehmen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Frühlingsfestes der Weinbruderschaft Rheinhessen in Alzey statt. Die Weinbruderschaft Rheinhessen setzt sich für die Weinkultur und regionale Besonderheiten ein, dazu zählt die in Rheinhessen gezüchtete Scheurebe. Alzey hat, um Georg Scheu, den großen Sohn der Stadt zu ehren, ein Stadtfest „Scheutime“ am 5. und 6. Mai ins Leben gerufen. Für Liebhaber dieser Rebsorte gibt es bei diesem Fest Scheurebe satt. Die Gewinner des Scheurebe Preises werden im nächsten Heft veröffentlicht. Ergebnisse nach der Preisverleihung unter www.dwm-aktuell.de. bs