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Mosel: Weinbautage gut besucht


Foto: Gerd Knebel
Foto: Gerd Knebel
Die Moselweinbautage 2015 in der Mosellandhalle auf dem Kueser Plateau waren sehr gut besucht. Hubert Friedrich, Leiter des DLR Mosel, konnte bereits am ersten Vormittag des Weinbautages mehr als 450 Besucher begrüßen und berichtete Neues vom Steillagenzentrum.
Einen hohen Stellenwert räume das DLR der Weiterentwicklung der Dachmarke Mosel in der Regionalinitiative ein. Die Verbindung von Wein und Tourismus müsse weiter ausgebaut und gestärkt werden. Mit dem neuen Leitprojekt „Lebendige Moselweinberge“ solle der Steillagenweinbau noch besser in Wert gesetzt werden. Der Ansatzpunkt hierfür sei die Forschung und Kommunikation der Biodiversität in den Weinbergen an Mosel, Saar und Ruwer.

Aktuelle Lage an der Mosel
Der Präsident des Weinbauverbandes Mosel, Rolf Haxel, berichtete über die aktuelle Lage. Der Weinjahrgang 2014 sei an der Mosel von starken Gegensätzen geprägt gewesen. Leider habe es im September und Oktober viel zu viel geregnet. Während der Lese an der Mosel traten krasse Gegensätze zutage, so reichten die Erträge von extrem niedrigen Mengen von unter 20 hl/ha bis über die Grenzen der Hektarertragsmengen hinaus.
Haxel kritisierte die Entwicklung auf dem Fassweinmarkt an der Mosel. Die Bestände in den Kellern seien vor der Lese 2014 auf einem historischen Tiefpunkt gewesen. Es habe eine durchschnittliche, keinesfalls überzogene Menge gegeben. Daher sei der entstandene Einbruch der Fassweinpreise gegenüber dem Vorjahr von rund 1 500 Euro beim Riesling auf 1 000 Euro pro Fuder nicht zu verstehen. Der Weinbauverband Mosel unterstütze weiterhin die Fassweinwinzer im Gebiet. Der Präsident appellierte an den Handel, partnerschaftliches Verhalten zu zeigen und angemessene Preise für die Fassweine anzubieten.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt kann starten
Rolf Haxel berichtete, dass der Projektantrag des Bauern- und Winzerverbandes zur Teilnahme am Bundesprogramm Biologische Vielfalt vor Weihnachten genehmigt wurde. Damit könne das Projekt zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt im Rahmen der weinbaulichen Nutzung von Steillagen, Steilstlagen und Terrassen im Moseltal in diesem Jahr endlich starten.
Der Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel, Gerd Knebel, erläuterte den Stand der Überlegungen zum neuen Genehmigungssystem für Rebenpflanzungen ab 2016. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU seien von Kommission, Parlament und Ministerrat im Weinsektor ein Systemwechsel von der Pflanzrechteregelung hin zu einem neuen Genehmigungssystem für Rebenpflanzungen beschlossen worden. Winzer könnten Reben pflanzen, wenn sie dafür eine Genehmigung erhalten. Die Genehmigung werde grundsätzlich auf Antrag erteilt. Nach erteilter Genehmigung sei diese für drei Jahre gültig.

Neues  Förderprogramm vorgestellt
Vom Weinbauministerium stellte Reiner Bolz das für viele Winzer neue Förderprogramm der Zahlungsansprüche für Flächenprämien vor. Im Rahmen der GAP werde auch den Winzern in diesem Jahr 2015 automatisch Zahlungsansprüche zugeteilt, die sie auf ihren landwirtschaftlichen Nutzflächen, zu denen auch die Sonderkulturen gehören, aktivieren, um Flächenprämien zu erhalten. Das System umfasse fünf Teilsegmente: Basisprämie, Umverteilungsprämie, Greening, Junglandwirteprämie und eine Kleinerzeugerregelung.
Winzer können sich zum Kleinerzeuger erklären lassen. Dann entfalle für diese Betriebe mögliche Cross Compliance-Kontrollen. Bei den Kleinerzeugern werde die ausgezahlte Summe der Flächenprämien auf 1 250 Euro im Jahr gedeckelt. Für Betriebe bis vier Hektar sei dies interessant.

Antragsstellung über die Kreisverwaltung
Sowohl die automatische Zuweisung der Zahlungsansprüche als auch die Erklärung zum Kleinerzeuger könne nur in diesem Jahr 2015 realisiert werden. Die Möglichkeit der Antragsstellung ende am 15. Mai 2015. Um einen Zahlungsanspruch zu erhalten, benötige der Winzer mindestens 1 ha bewirtschafte landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Mindestschlaggröße betrage 300 m². Im Antrag müsse der Winzer seine kompletten Betriebsflächen, einschließlich Hoffläche, angeben. Die Antragsstellung erfolge über die jeweiligen Kreisverwaltungen, die auch für Beratung und Informationen zur Verfügung stehe.

Vermarktungsalternativen für Winzer im Internet
Rechtsanwalt Marcus Hehn informierte über Chancen und Gefahren beim Online-Marketing. Die Direktvermarktung über Hofläden und das Internet nehme stetig zu. Für den Winzer ergeben sich durch das Internet attraktive Vermarktungsalternativen. Beliebte Anlässe für Abmahnungen (Onlineshop) seien fehlende oder veraltete Widerrufsbelehrungen, falsche Allgemeine Geschäftsbedingungen, die unberechtigte Verwendung urheberrechtlich geschützter Texte und Bilder, eine fehlerhafte Anbieterkennzeichnung (Impressum) oder Verstöße gegen die Preisangabenverordnung.   
Gerd Knebel