Parlamentarischer Abend im Landtag in Mainz

RHEINLAND-PFALZ

Foto: Bettina Sieé
Ob Klimawandel und Dürre, die schwierige Situation im Weinbau oder der ungebremste Flächenverbrauch – Themen der Landwirtschaft sind auch Themen der Gesellschaft, betreffen sie doch Ernährungssicherung und die Umwelt. Beim gut besuchten Parlamentarischen Abend der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz im Mainzer Landtag sprach Kammerpräsident Ökonomierat Michael Horper vor rund 170 Abgeordneten und Gästen, darunter die Landwirtschaftsministerin Christine Schneider und Landtagspräsident Matt­hias Lammert, die drängendsten Probleme an sowie die Kostensteigerungen bei Energie, Dünger, Pflanzenschutz und Arbeitslöhnen.
In einer mit viel Applaus bedachten Rede stellte sich Landwirtschaftsministerin Christine Schneider fest an die Seite der Landwirtschaft und des Weinbaus: „Die aktuellen Waldbrände werden mit großer Unterstützung zahlreicher Landwirte bekämpft. Sie stellen sich solidarisch in den Dienst der Allgemeinheit. Diese Solidarität hat die Landwirtschaft auch von uns verdient.“ Die CDU-Ministerin sprach auch die Strukturreform der Agrarverwaltung an. „Wir müssen gemeinsam mit dem Berufsstand definieren, was wir brauchen“, so Christine Schneider.
Kammerpräsident Horper beklagte übermäßige Bürokratie und Kontrolle. „In vielen Betrieben herrscht großer Unmut darüber, wie die Investitionsförderung im Land umgesetzt wird“, so Präsident Horper und skizzierte den wahnwitzigen Ablauf eines Verfahrens. Pro Antragsverfahren seien rund 66 Dokumente zu bearbeiten, dabei jedes Detail rechtssicher zu bewerten.
Flächenmanagement für Rebflächen notwendig
Reinhold Hörner, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und Weinbaupräsident der Pfalz, erwartet auch 2026 eine eher kleine Ernte. „Gleichzeitig sehen wir fortschreitenden Strukturwandel und Flächen­abbau. Keine kostendeckende Fassweinpreise, Wertverfall von Anlagevermögen, drohende Insolvenzen und eine deutlich veränderte Kulturlandschaft beschäftigen die Winzer massiv“, stellte Reinhold Hörner fest. „Wir brauchen Maßnahmen zum Flächenmanagement, die wir zusammen mit den DLR und den Kommunen entwickeln müssen.“
Ökonomierat Eberhard Hartelt, Kammer-Vizepräsident und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-­Pfalz Süd e.V., sorgt sich beim Pflanzenschutz um Resistenzen, weil immer mehr Wirkstoffe nicht mehr zugelassen werden. „Gleichzeitig breiten sich Schädlinge wie Zikaden und der Japankäfer aus“, so Hartelt. bs