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Rheinhessen: Qualität und Erträge gut

Wie der rheinhessische Weinwirtschaftsrat berichtete, war die Lese schon in den ersten Oktobertagen weitgehend beendet, zu einer Zeit in der sonst die Ernte erst beginnt. Trotz teilweise hektischer Lese, durch plötzlich auftretenden Schädlings- und Krankheitsbefall und ständige Niederschläge, sind die Qualitäten gut und die Erntemengen zufriedenstellend. Oftmals konnte die physiologische Reife der Trauben nicht abgewartet werden, denn die Kirschessigfliege erzwang bei den frühen roten Sorten einen schnellen Lesebeginn. Unterschiedlicher Schädlingsbefall und andauernde Niederschläge verursachten  Fäulnis, sodass die Winzer schließlich auch die weißen Sorten ernten mussten und kaum noch zu Atem kamen. Insgesamt sei Rheinhessen mit einem blauen Auge davongekommen, meint der rheinhessische Weinbaupräsident Ingo Steitz. Nun gelte es Strategien zu entwickeln für die Zukunft. Zum Beispiel müssten Ausgleichsflächen gepflegt werden.
Wolfgang Trautwein, Vorsitzender des Verbandes der Rheinhessischen Weinkellereien, hatte in seinem Betrieb keine Probleme mit flüchtiger Säure. Die Kirschessigfliege verbreitete teilweise Hysterie, er habe nur zwei Partien ablehnen müssen. Besondere Freude machte dieses Jahr die Sorte Silvaner, die trotz widriger Witterung lange gesund blieb und mit 80 bis 85° Oe geerntet wurde.
 
Menge passt gut in den Markt
Wie Steitz berichtete, wird eine mengenmäßig gute Ernte erwartet, die vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz auf 2,6 Mio. hl Weinmost geschätzt wird. Das wären 3,6 % über dem Vorjahr - eine Menge, die laut Wolfgang Trautwein, Vorsitzender des Verbandes der Rheinhessischen Weinkellereien, sehr gut zu vermarkten ist. Die Mostgewichte bewegen sich im Bereich der langjährigen Norm. Trautwein schätzt den Fassweinmarkt als stabil ein, voraussichtlich bleiben die Preise in etwa erhalten. Auch in diesem Jahr zeigte sich wieder, dass eine gute Pflege der Weinberge sowie die in vielen Betrieben zum Standard gewordene Entblätterung eine wichtige Basis für die Erzeugung von gesunde Trauben ist, betonte Otto Schätzel vom DLR in Oppenheim. Wer intensive Laubarbeit leistete, hatte gut durchlüftete Reben und war im Vorteil. Der nasse August und September und das erstmalige Auftreten der Kirschessigfliege machten es nötig, den Entwicklungszustand der Anlagen fast täglich zu kontrollieren und die Lese flexibel darauf abzustimmen.
Steitz und Trautwein freuen sich über die schnelle Reaktion der Landesregierung Rheinland-Pfalz, das Mindestmostgewicht für Dornfelder auf 65° Oe zu senken. Weitere Unterstützung erfuhren die Winzer, als der Antrag bei der EU zur Erhöhung der Anreicherungsspanne gestellt wurde.
Eine erfreuliche Entwicklung nimmt auch der Weinabsatz. So stieg der Marktanteil rheinhessischer Weine in Deutschland im ersten Halbjahr 2014 um 3 % auf 33 % und steht damit an der Spitze der deutschen Anbaugebiete. Mit einem Anteil am Export deutscher Weine von 40 % ist Rheinhessen die wichtigste Weinregion.
  bs