Rotationsbrache und Steillagenförderung

Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Land- und Weinbauminis­terin Christine Schneider informierte sich bei ihrer Sommertour über Steillagen und wie Förderprogramme ausgestaltet werden können, um Weinbaubetrieben effektiver zu helfen. Sie nehme die Sorgen der Winzer ernst. Das Ministerium erarbeite Maßnahmen, um den Betrieben zu helfen und die Kulturlandschaft zu erhalten.
Weinbauministerin besucht Steillagen
Das Weinbauministerium erarbeite Maßnahmen, die es erleichtern, Flächen vorübergehend stillzulegen, ohne das Pflanzrecht dauerhaft zu verlieren. In den Steillagen an der Mosel traf Christine Schneider den Präsidenten des Weinbauverbandes Mosel Walter Clüsserath. Gerade in Steillagen fallen immer mehr Flächen brach, was zur Verbuschung führt, die Kulturlandschaft verändert und sich auch auf den Tourismus auswirkt. Auch noch bewirtschaftete Rebflächen haben Nachteile, wenn Wege zuwachsen und sich Brombeeren ausbreiten.
Die Weinbauministerin möchte dagegen steuern und informierte sich, was die Politik tun kann. Etwa wie Winzern, die Flächen abgeben möchten, sowie solchen, die an Flächen interessiert sind, unkompliziert geholfen werden kann.
Das Weinpaket der EU ermögliche es Deutschland, Rebflächen dauerhaft aus der Bewirtschaftung zu nehmen und dafür 5.000 Euro pro Hektar zu erhalten. Mehr Flexibilität würde eine Rotationsbrache bringen. Dabei wird nach der Rodung eine Blühmischung gesät, um das Landschaftsbild zu erhalten, Artenvielfalt zu fördern, und kein Krankheits- und Schädlingsdruck auf benachbarte Flächen auszuüben. Eine Rotationsbrache ermögliche eine Wiederbepflanzung in der Zukunft. Auch dafür soll es eine jährliche Förderung geben. Details für die Rotationsbrache seien derzeit in Bearbeitung. Des Weiteren prüft das Weinbauministerium, wie eine Förderung von Steil- und Steilstlagen ausgestaltet werden könnte.
Durch gemeinsame Anstrengung des Dienstleistungszen­trums Ländlicher Raum (DLR) Mosel, des Weinbauministe­riums, des Weinbauverbandes Mosel sowie der Drohnendienstleister ist es gelungen, die Drohnenfläche von 170 ha im Jahr 2025 auf 540 ha im Jahr 2026 zu steigern, was die Arbeit in Steillagen erleichtert. Auch künftig werden Spezialmaschinen und Umweltmaßnahmen gefördert, betonte Schneider.
Flächenbörse des DLR Mosel ermöglicht Tausch
Das Angebot der Flächenbörse des DLR Mosel biete eine unkomplizierte Möglichkeit, Flächen abzugeben, zu übernehmen, zu tauschen oder zu arrondieren. Winzer und Kommunen können somit Brachflächen vermeiden. Vermittlung oder Ringtauschmodelle sollen die Bewirtschaftung verlagern und wirtschaftlich machen.
Clüsserath begrüßte, dass sich die Weinbauministerin Zeit für den Besuch an der Mosel nahm und bekräftige seine Forderung nach zeitnaher Konkretisierung von Förderungen: „Die Betriebe müssen planen können, um wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Förderungen für Steil- und Steilstlagen sind sowohl für die Winzer als auch den Artenschutz unerlässlich.“ mlwuf