RWZ: Schwaches Ergebnis, aber gestärkte Bilanz

Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG (RWZ) blickt auf ein im Vergleich zu den Vorjahren nicht zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Konzernumsatz lag preis- und mengenbedingt bei rund 2,6 Mrd. € und damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich lediglich auf 10,6 Mio. € und blieb damit klar unter Erwartung und Plan. Der Gewinn vor Steuern (EBT) konnte mit 1,2 Mio. € aber über der Nulllinie gehalten werden. Die Eigenkapitalquote des Konzerns verbesserte sich um +1,2 % auf 22 % dank neuerlicher Schuldensenkung.
Aktienkurs bestätigt
Christoph Kempkes, RWZ-Vorstandsvorsitzender, ordnete das Ergebnis ein: „Das Geschäftsjahr 2025 war für uns ein Dämpfer. Trotz enttäuschender Zahlen bleiben wichtige Grundpfeiler für eine positive Prognose stabil: Die Mehrzahl unserer Geschäftssegmente wirtschaftet profitabel. Unsere Problembereiche sind erkannt und adressiert. Unsere Liquidität war ganzjährig sehr auskömmlich. Unsere Bilanz ist solide, unser Aktienkurs wurde bestätigt.“ Positiv heben sich das Großhandelsgeschäft mit Betriebsmitteln, die Weuthen-­Gruppe (Kartoffeln), Hauptsaaten (Saatgut), AgriTrading (Getreide) und ein deutlich verbessertes Ergebnis in der deutschen Agrartechnik hervor. Ebenso konnten konzernweit die Gemeinkosten deutlich gesenkt werden.
Dennoch reichten diese Erfolge nicht aus, um den fehlenden Rohertrag im Einzelkundengeschäft mit Landwirten und insbesondere mit Winzern auszugleichen. Die Gründe für das durchwachsene Ergebnis sieht der Vorstand nicht nur in den anspruchsvollen Marktbedingungen: „Ein Teil unserer Probleme ist hausgemacht. Mit Blick auf die Schärfung unseres vertrieblichen Leistungsversprechens, der Kostenstruktur, den Betriebsabläufen und unseres unternehmenskulturellen Miteinanders sind wir nicht gut genug. Hier ist punktuell eine Neujustierung nötig“, betonte Kempkes. „Ich bin fest überzeugt, dass der Agrar­handel ein unverzichtbares Scharnier zwischen Politik, Markt und landwirtschaftlichen Betrieben bleiben wird. Wer sonst soll Landwirten, Winzern, Forstbetrieben und Gartenbauern beim Einkauf oder Verkauf ihrer Waren sowie bei der Bewältigung eines durch enge regulatorische Vorschriften erschwerten Alltagsgeschäfts zu guten Angeboten und konkreten Problemlösungen verhelfen? Dafür stehen wir jeden Morgen auf, das hat Zukunft.“
Prozesse neu justieren
RWZ-Finanzvorstand Michael Göthner ergänzte: „Wir müssen in einem umfassenden Prozess das Zusammenspiel zentraler und regionaler Ressourcen effizienter gestalten und besser auf den Vertrieb ausrichten. Das wird ein bis zwei Jahre dauern. Aber nur so schaffen wir unser Ziel, durch mehr Produktivität und Wertschöpfung größere Stabilität für die kommenden Jahre zu erreichen.“ Der Vorstand plant für das laufende Jahr 2026 neuerlich mit einer „schwarzen Null“. Die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Waren GmbH Kassel (RW) startet zum 1.5.2026. Hier bringen RWZ und RW ihre Agrartechnik­aktivitäten in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Polen in ein Gemeinschaftsunternehmen ein. https://rwz.ag/