„Die Leistungen von Landwirtschaft und Weinbau sind nicht selbstverständlich. Wenn die Ansprüche unserer Gesellschaft an Qualität, Sicherheit und Preiswertigkeit steigen oder gar zu groß werden, dürfen wir unsere Landwirte und Winzer nicht alleine lassen“, so Peter Hauk, baden-württembergischer Landwirtschaftsminister. Damit Belastungssituationen nicht zu Überforderung und Betriebsaufgaben führen, hat der Minister 2025 den Runden Tisch „Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ ins Leben gerufen.
Beteiligt am Runden Tisch sind Vertreter der beiden Bauernverbände, Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau, Landfrauen, Landjugend, des Landesverbands der im öffentlichen Dienst beschäftigten Tierärzte, der Kirchen, Landwirtschaftlichen Sozialversicherung (SVLFG), Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie Verwaltung. Ziel des runden Tisches ist, ein Früherkennungsprogramm in Form eines Netzwerks zu etablieren, das Vertrauenspersonen umfasst, die Kontakte zu Unterstützungsangeboten herstellen können. Das Netzwerk soll bei betrieblichen, privaten und gesundheitlichen Krisensituationen Unterstützung vermitteln.
Hauk ist überzeugt, dass durch die Vernetzung und die Vertrauenspersonen frühzeitig Hilfe in herausfordernden Lebenslagen bereitgestellt werden kann. Das Ministerium fördert die Etablierung eines solchen Netzwerks von Vertrauenspersonen mit 350.000 € aus dem Strategiedialog Landwirtschaft. Hauk überreichte die Förderbescheide an die beiden Bauern- und Weinbauverbände im Land.
Vertrauenspersonen vor Ort vermitteln Hilfe
Die Vertrauenspersonen sollen von den Bauern- und Weinbauverbänden benannt werden und aus dem landwirtschaftlichen Umfeld stammen, um die Lebenssituationen nachvollziehen zu können. Sie sollen Ansprechpartner für Betroffene sein, konkreten Bedarf identifizieren und Unterstützungspersonen oder Einrichtungen vermitteln, die Hilfe zur Problemlösung bieten können. Auch den Mitarbeitern der Verwaltung soll geholfen werden, mit herausfordernden Situationen vor Ort umzugehen. „Wenn sie bei ihrer Arbeit eine Hilfsbedürftigkeit erkennen, stehen auch ihnen die Vertrauenspersonen zur Verfügung“, so Hauk. Flankiert werde das Projekt durch Fortbildungsangebote für die Verwaltung.
Zudem sollen angehende Betriebsleiter/innen in den Fachschulen sensibilisiert werden. Dazu sollen Fachschullehrpläne weiterentwickelt und mit Heimvolkshochschulen passgenaue Bildungsangebote konzipiert werden. „Hinter der anspruchsvollen Arbeit unserer Landwirte und Winzer stehen Menschen und Familien. Wir wollen Verständnis für die Arbeit der Betriebe wecken, aber auch Landwirte und Winzer sensibilisieren, dass Unterstützung anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist“, so Hauk. MLR Ba-Wü