Mitte März kamen rund 400 Besucher zu den 68. Veitshöchheimer Weinbautagen und Fränkischen Weinwirtschaftstagen der LWG in die Mainfrankensälen in Veitshöchheim. „Zukunft gestalten: Innovation, Effizienz und Resilienz in der Weinwirtschaft“ war das Leitthema. Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, ließ in seinem letzten Statement anlässlich der Weinbautage kurz seine Amtszeit Revue passieren und erinnerte die Branche daran, dass nur gemeinsam die aktuelle Krise gemeistert werden kann. Die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sagte die Unterstützung des Bundes für die deutsche Weinwirtschaft zu.
Krisen als Chance nutzen
Melanie Broyé-Engelkes, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstitutes (DWI), ging in ihrem Vortrag „Neue Impulse in der Kommunikation deutscher Weine“ auf zukünftige Werbestrategie des DWI ein. Um gerade die Gen Z zu erreichen, ist die Schaffung relevanter Kontexte und Emotionalität ein zentraler Erfolgsfaktor.
Prof. Dr. Simone Loose von der Hochschule Geisenheim University referierte über „Erfolgreich im Strukturwandel – Perspektiven aus der Absatzanalyse 2025“. Im Podiumsgespräch zeigten drei Winzer, wie sie trotz der Weinkrise ihren Umsatz und Absatz im letzten Jahr steigern konnten.
Bodenpflege, Schnittsysteme, Wasserhaushalt
Beate Leopold vom Weinbauring Franken erinnerte daran, wie wichtig der richtige Zeitpunkt, die Witterung und die Anzahl der Überfahrten für eine gute Bodenbearbeitung sind. Dann stellte Daniel Regnery vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel Erfahrungen mit Nichtheft- und Zapfenschnittsystemen dar. Er konnte die Frage beantworten, dass bei richtiger Anwendung kostengünstig produziert werden kann, ohne Abstriche bei der Weinqualität zu haben. Der Vortrag „Effiziente Steillagenbewirtschaftung – Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung“ schloss thematisch an das Thema an. Bernhard List stellte erste Ergebnisse aus einem LWG-Forschungsprojekt zum „Minimalschnitt in der Steillage“ vor.
Dr. Daniel Heßdörfer referierte zum „Digitalen Wasserhaushaltsmodell“ und erläuterte, wie effiziente Bewässerung im Weinbau möglich ist. Darüber hinaus gab er Tipps, wie auch mit anderen Maßnahmen, zum Beispiel einer reduzierten Laubwand, Wassereinsparungen möglich sind. Im Anschluss begrüßte der Fränkische Weinbauverband zu aktuellen Informationen aus dem Verband und zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Verbandes.
Herkunftsmodell Franken im Fokus
Stephan Schmidt, Weinbaureferent des Fränkischen Weinbauverbandes, stellte in einem Impulsvortrag zum „Herkunftsmodell Franken“ kurz die Entwicklung der letzten Jahre dar, zeigte den aktuellen Stand und gab einen Einblick in die zukünftig geplanten Neuerungen beziehungsweise Änderungen. Anschließend wurden die Unterschiede in den Herkunftsebenen „Weine aus Franken“, „Weine aus einem Ort“ und „Weine aus Einzellagen“ betriebswirtschaftlich, weinbaulich und oenologisch betrachtet. Dazu gaben
Dr. Juliane Urban, Christian Deppisch (beide LWG) und Beate Leopold (Weinbauring Franken) sowie Ralf Schwarz (Bezirk Unterfranken) der Branche Empfehlungen, wie unterschiedliche Anbausysteme, Pflegemaßnahmen und mehr zu einer qualitativen Differenzierung der einzelnen Herkunftsebenen führen kann. Johannes Burkert (LWG) rundete mit dem Beitrag „Crémant Franken – eine Chance“ den theoretischen Teil des „Herkunftsmodells Franken“ ab.
Lehrweinprobe: Herkunft schmeckbar machen
Praktisch konnte die Winzerschaft dann bei der Lehrweinprobe das Herkunftsmodell Franken schmecken. Verkostet wurden zwölf Weine in sechs Durchgängen mit jeweils zwei Weinen, jeweils von einem Betrieb. Die Verkosterinnen und Verkoster sollten dabei jeweils beurteilen, welcher Wein aus Franken oder einem Ort ist und welcher Wein aus einer Einzellage stammt. Abgestimmt wurde per Handy. Während die Studierenden der beiden Technikerklassen die Weine ausschenkten, erhielten die Verkostungsteilnehmenden weitere Informationen zu den Weinen von den anwesenden Kellermeistern der Betriebe sowie den Moderatoren der Lehrweinprobe Felix Baumann (LWG) und Ralf Schwarz (Bezirk Unterfranken). LWG