Das Präsidium des Österreichischen Weinbauverbandes hat sich Ende Juli für die Umsetzung einer Krisendestillation von Rotwein ausgesprochen. Durch den rückläufigen Konsum von Rotwein entstand ein enormes Marktungleichgewicht. In den Kellern befinden sich immer mehr österreichische Rotweine, die nicht mehr verkauft werden können.
Ähnlich dem kürzlich genehmigten Antrag der Deutschen soll auch in Österreich eine Krisendestillation gemäß Artikel 219 der EU-Verordnung 1308/2013 durchgeführt werden. Der Weinbauverband und das Landwirtschaftsministerium arbeiten daran, diesbezüglich an die EU-Kommission herantreten zu können. Beabsichtigt ist die Destillation von rund 10 Mio. Litern Rotwein der Jahrgänge 2025 und älter mithilfe der EU-Agrarkrisenreserve.
In Frankreich endete die zweite Runde von Anträgen für die Destillation mit mehr als 2.000 Anträgen und rund 77 Mio. Liter angemeldetem Rotwein, wie das französische Institut für landwirtschaftliche Erzeugnisse FranceAgriMer bekanntgab. Für die Destillation von Rot- und Roséweinen zu Industriealkohol in Frankreich gab die EU insgesamt 40 Mio. Euro aus der Krisenreserve frei.
Zugelassen sind Weine, die bereits vor dem 21. Juli 2025 in den Weingütern lagerten. Das Mindestvolumen für die Anmeldung betrug 30 hl – der Beihilfebetrag beträgt 30 Euro/hl für die Erzeuger und 3 Euro/hl für die Destillateure. Die Destillation der Weine ist bis zum 30. September 2026 vorgesehen. Rund 40 % der Anträge stammten aus Aquitanien, gefolgt von Languedoc-Roussillon und dem Rhonetal. red