Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) hat ihren jährlichen Bericht zur Lage des weltweiten Weinsektors für das Jahr 2025 veröffentlicht. Darin werden Daten zu Produktion, Konsum und internationalem Handel für das Jahr 2025 zusammengefasst. Die neusten Zahlen zeigen, dass weltweit die Weinbranche auf die unmittelbaren Auswirkungen der Handelspolitik reagiert und sich gleichzeitig an längerfristige Veränderungen in Bezug auf Klima und Konsum anpasst.
Zwar stieg die Weinerzeugung im vergangenen Jahr minimal an, lag aber knapp 10 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Laut OIV schrumpften die globalen Weinexporte auf 94,8 Mio. hl (-4,7 %) zum Wert von 33,8 Mrd. Euro (-6,7 %). Die Erzeugung war durch klimatische Ereignisse beeinträchtigt, was zum dritten Mal in Folge zu einer weltweit kleinen Ernte führte. Insgesamt habe diese 227 Mio. hl betragen, +0,6 % mehr als 2024. Die globale Rebfläche schrumpfte das sechste Jahr in Folge auf 7 Mio. Hektar, was einem Rückgang von 0,8 % gegenüber 2024 entsprach.
Weltweit wurden 2025 laut OIV-Schätzung rund 208 Mio. hl Wein konsumiert, 2,7 % weniger als im Vorjahr, das bereits ein historisch niedriges Niveau erreicht hatte. Seit 2018 ist der globale Weinkonsum um etwa 14 % zurückgegangen. Gründe sind Handelskriege, Zölle, Inflation und eine zunehmend kritische Haltung der Gesellschaft zu Alkohol, insbesondere der jüngeren Menschen.
Das erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe. Doch der Weinsektor zeigt seine Widerstandsfähigkeit, indem er neue Marktchancen sucht und Produktionskapazitäten an die Nachfrage anpasst.
„Die jüngsten bilateralen oder multilateralen Handelsabkommen werden dazu beitragen, positive Bedingungen für sich entwickelnde Märkte zu schaffen“, fasst OIV-Generaldirektor John Barker optimistisch zusammen. oiv