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BADEN

Mit den Qualitäten mehr als zufrieden

Bei seiner Pressekonferenz zur Vorstellung der Frühlings- und Sommerweine gab der Badische Weinbauverband am 4. März 2020 einen Rückblick auf den Jahrgang. Dieser stellt ein „gutes Pendant“ zum 2018er dar, denn er brachte vergleichbar gute Qualitäten aber mit rund 1,25 Mio. hl deutlich weniger Menge (Vorjahr: 1,55 Mio. hl), was gut zur Marktsituation passt und für stabile Preise sorgen wird. Mit 79,5 hl/ha lag der Durchschnittsertrag leicht über dem langjährigen Mittel (77,1 hl/ha). Die hohe Qualität des 2019er Jahrgangs lässt sich bereits an den Ergebnissen der Frühlings- und Sommerwein-Prämierung ablesen, bestätigte Holger Klein, stellvertretender Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes. Fast 50 der angestellten 110 Weine erhielten eine Goldmedaille. Die Gesamtmenge beziffert der Verband auf 540 000 l.
 
Großer Jahrgang in der Qualitätsweinprüfung
Im Rahmen der Pressekonferenz beleuchtete Dr. Rolf Steiner, Leiter des Staatlichen Weinbauinstitutes Freiburg (WBI), die Zahlen der amtlichen Qualitätsweinprüfung. Im Betrachtungsjahr 2019 seien insgesamt 12 421 Erzeugnisse mit rund 110,4 Mio. l Gesamtmenge geprüft worden. Das entspricht einer Zunahme von 4,2 Mio. l, was Steiner auf den vergleichsweise großen Jahrgang 2018 zurückführt. Der Trend hin zu trockenen Weinen (66 %) verstärkt sich. Auch Weißweine sind auf dem Vormarsch (+ 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr). Eine positive Entwicklung konnten auch die Roséweine verzeichnen (+ 0,5 %). Die Menge geprüfter Rotweine war, wie in den Vorjahren leicht rückläufig (- 2,2 %). 73 % der Weine sind als Deutscher Qualitätswein vermarktet worden, während die Zahl der Prädikatsweine deutlich abnahm, so Steiner. Kabinettweine kamen demzufolge nur noch auf 5,2 % der Menge (Vorjahr: 15,5 %). Lediglich die höheren Prädikate Spätlese, Auslese, BA, TBA und Eiswein konnten leicht zulegen, was auf die hohen Mostgewichte und die außergewöhnliche Qualität des 2018er Jahrgangs zurückzuführen ist. Die hohe Qualität des 2018er Jahrgangs lässt sich auch anhand der Zahlen der Gebietsweinprämierung ablesen, unterstrich Klein, denn von 1 749 ausgezeichneten Weinen haben 1 328 eine Goldmedaille erhalten.
 
Biologische Vielfalt erhalten
Der zweite Teil der Konferenz war unter anderem der aktuellen Diskussion um den Erhalt der biologischen Vielfalt gewidmet. Dr. Michael Breuer (WBI) präsentierte unterschiedliche Maßnahmen, welche die badischen Winzer teilweise seit Jahrzehnten umsetzen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die biologische Vielfalt zu fördern. Holger Klein unterstrich die Bedeutung dieser Bemühungen. Er stellte zugleich klar, dass das postulierte Ziel einer 50 %igen Reduktion von Pflanzenschutzmitteln nur in einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung erreicht werden kann und nicht einzelbetrieblich zu betrachten sei. Das entspricht auch der Sichtweise der Landesregierung. Kleingärtner, Kommunen und Industrieunternehmen sind genau wie Landwirte dazu angehalten, den Mittelaufwand zu reduzieren. Den Weinbau sieht Klein auf einem guten Weg, wenn es darum geht, die von ihm geforderten Ziele zu erreichen. Zu mehr Profil heimischer Weine könnte die bevorstehende Weingesetzänderung beitragen. Ein entsprechender Entwurf wurde jüngst vom Deutschen Weinbauverband verabschiedet und an das BMEL übergeben. Das vierstufige Modell innerhalb der Geschützen Ursprungsbezeichnung, welches in dem Entwurf vorgesehen ist, wird auch vom Badischen Weinbauverband unterstützt, der damit seine neun Bereiche noch deutlicher profilieren möchte. Badischer Weinbauverband