Sie sind hier:  » Startseite » Themen » Industrie+Wirtschaft » Eine Variantenvielfalt ohnegleichen

Eine Variantenvielfalt ohnegleichen

Foto: Werksfoto Daimler AG
Neuer Sprinter am Start
Der von vielen Betrieben in Landwirtschaft und Weinbau eingesetzte Transporter Sprinter wurde jetzt stark überarbeitet und vorgestellt. Verbunden damit ist der Anspruch, auch künftig die Maßstäbe in der von ihm benannten Sprinter-Klasse zu setzen. Damit kommt die dritte Fahrzeuggeneration der seit 1995 gebauten Fahrzeugreihe auf den Markt, die weltweit bislang fast dreieinhalb Mal verkauft wurde und in Deutschland in den Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde gebaut wird. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge soll im Juni 2018 erfolgen. Anders als bislang wird der Sprinter nicht mehr zusammen mit dem Volkswagen-Konzern gebaut. Der VW Crafter wird nun von VW alleine gebaut und auch als baugleicher MAN TGE angeboten. Und obwohl Daimler bei den kleineren Transporter-Modellen Citan und Vito mit dem französischen Renault-Konzern kooperiert, gibt es eine solche Zusammenarbeit bei dem für den Daimler-Konzern so wichtigen Sprinter entgegen lange Zeit kolportierten Gerüchten nicht.
Jetzt drei Antriebsvarianten
Während es optisch von außen betrachtet recht kontinuierlich zugeht und es hier also keine große Revolution gibt, gibt es beim Antrieb und den Ausstattungen eine Variantenvielfalt ohne gleichen. Der neue Sprinter wird mit Front, Heck- und Allradantrieb angeboten. Seine prinzip-bedingten Vorteile spielt der Vorderradantrieb vor allem bei leicht beladenem Fahrzeug aus, die auf unbefestigten Feldwegen unterwegs sind. Beim Heckantrieb liegen die klassischen Vorteile in einem besseren Fahrkomfort, einem kleineren Wendekreis und auch bei Fahrten mit Anhänger sowie im Grenzbereich des maximal zulässigen Gesamtgewichts. Hinzu kommen verschiedene Längen und Achsabstände sowie Karosserie- und Aufbautypen. Insbesondere für Langstreckenfahrer, zum Beispiel Winzer mit direkter Kundenbelieferung, dürfte die als Option für 3,5 und 4 t Fahrzeuge erhältliche Luftfederung interessant sein.
Neue Assistenzsysteme an Bord
Neu ist auch die starke Vernetzung und das weiter ausgebaute Angebot von Assistenzsystemen. Das Cockpit wurde komplett neugestaltet und lehnt sich an die vom Mercedes-PKW bekannte Optik an. Zentrales Element ist ein großer Bildschirm, der sich die Fläche mit zwei Lüftungsdüsen teilt. Während die eher für Großflotten sinnvollen Telematiklösungen in Landwirtschaft und Weinbau kaum eine Rolle spielen dürften, werden sich in von Unternehmern und ihren leitenden Mitarbeitern gefahrenen Sprinter-Transportern vielfach Sicherheitsausstattungen wie eine Rückfahrkamera mit Bildeinblendung im Innenspiegel oder ein modernes Park-Paket mit 360 Grad Rundumblick finden lassen. Möglich sind zudem Abstands-, Brems- und Spurhalte-Assistenten. Der schon vom Vorgänger bekannte Seitenwind Assistent ist serienmäßig.
Motoren erfüllen  Schadstoffnorm Euro 6/IV
Bei den Motorisierungen stehen ausschließlich dieselgetriebene Aggregate zwischen 115 PS und je nach Antriebsversion maximal 190 PS zur Verfügung, die die Schadstoffnorm Euro 6/VI erfüllen und mit Schalt- als auch Automatikgetrieben kombiniert werden können. Eine Neuheit ist der Einsatz einer 9-Gangautomatik bei der Frontantriebsvariante. Und im Sommer 2019 kommt der batterieelektrische eSprinter. Sollte sich ein Bedarf entwickeln, schließt Daimler die Nutzung von Benzinmotoren nicht aus. Der Einstiegspreis liegt bei moderaten 20 000 Euro plus Mehrwertsteuer für ein Fahrzeug mit Frontantrieb, kleiner Motorisierung (84 kW/115 PS) und kurzem Fahrerhaus mit Fahrgestell. Nach oben sind durch endlose Variationen und Zusatzausstattungen keine Grenzen gesetzt.
Fazit
Der neue Sprinter hat das Zeug die Erfolgsserie seiner Vorgänger fortzuschreiben. Mit Komfort- und Sicherheitsmerkmalen auf PKW-Niveau bei gleichzeitigem starken Fokus auf Gebrauchstauglichkeit und Variantenvielfalt wird man ihn auch künftig auf den Betriebshöfen in Landwirtschaft und Weinbau sehen. Für die rauhen Aufgaben als „Feldauto“ und Transportmittel für Saisonkräfte wird er erfahrungsgemäß erst später, als reifer Gebrauchter zum Einsatz kommen. W. Gramann