Badische Genossen ernten weniger als erwartet

BADEN

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Die Weinernte fällt bei den badischen Winzergenossenschaften 2020 mengenmäßig deutlich kleiner aus als zunächst erwartet. Kunden können sich aber auf einen „qualitativ hochwertigen Jahrgang“ freuen und die Lieferfähigkeit ist bei allen wesentlichen Sorten gewährleistet, wie Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), am 23. September auf der Herbstpressekonferenz verkündete. „Nach derzeitigen Schätzungen dürfte die Erntemenge der 70 Winzergenossenschaften in Baden bei gut 75 Mio. l liegen“, erklärte Glaser. Das wären rund 20 % weniger als im Vorjahr, das den Mitgliedswinzern der badischen Kooperativen 94 Mio. l bescherte. Der BWGV-Präsident rechnet 2020 nur mit einem Durchschnittsertrag von 75 hl/ha. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es leicht überdurchschnittliche 92 hl/ha.
Niederschlagsdefizit verringert Erträge
Bis vor einigen Wochen hatte die BWGV mit einer Erntemenge gerechnet, die nur leicht unter der des Vorjahres liegt. Dass die Prognose deutlich nach unten korrigiert wurde, ist mit dem Witterungs- und Vegetationsverlauf zu erklären. Mit dem Niederschlagsdefizit kommen die Reben im Vergleich zu anderen Kulturen zurecht, aber es führt zu niedrigeren Erträgen. Die Trauben konnten gesund geerntet werden. Vor allem ist mit einem sehr guten Rotweinjahrgang 2020 zu rechnen. „Der Absatz der badischen Winzergenossenschaften verringerte sich im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Mio. l (- 5,8 %) auf 41,3 Mio. l Wein und Sekt. Der Umsatz ging im gleichen Zeitraum um 5,3 Mio. € (- 4,2 %) auf 122,5 Mio. € zurück“, bilanziert BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser. Als Hauptgrund nennt er „die zum Teil massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie“. red