In Rheinhessen starteten die diesjährigen Bayer Weinbautage am 11. August in Biebelnheim. Rund 100 Winzer nutzten die Fachveranstaltung bei hochsommerlichen Temperaturen, um sich über das Bayer-Angebot zu informieren. Am 13. und 14. August hatte das Unternehmen nach Diedesfeld in die Pfalz eingeladen, zu dem sich etwa 300 Winzer und Winzerinnen trotz 30 °C und mehr auf dem Weingut Glas einfanden. Den Abschluss bildete der Weinbautag in Mülheim an der Mosel mit rund 60 Besuchern.
Einheitlich trockene Witterungsverläufe
2026 ist ein extrem trockenes Jahr: Gegenüber 2024 fielen bis zum August 200 bis 250 mm weniger Regen. Im langjährigen Mittel waren es bis zu 150 mm weniger. Temperaturen von mehr als 30 °C über einen längeren Zeitraum haben die Trockenheit noch verstärkt. Alles in allem sind das Bedingungen, mit denen vor allem ältere Reben eher zurechtkommen.
„Auf den Standorten Biebelnheim und Diedesfeld registrierten wir aufgrund der Trockenheit und der Hitze nur einen äußerst geringen Peronospora-Befallsdruck“, erläuterte Bayerberater Dr. Torsten Griebel bei den Weinbautagen. Es sei zu keinen sichtbaren Peronospora-Infektionen auf den behandelten Versuchsflächen gekommen. Mit Blick auf Oidium habe sich das mit den Niederschlägen ab Mitte Mai geändert. Vor allem in Biebelnheim sei der Befall in der Kontrollfläche, speziell auf den Trauben, auf 75 %, in Diedesfeld auf 35 bis 50 % gestiegen. Der Blattbefall war an allen Standorten geringer als der Traubenbefall.
Als zentrale Aussage lässt sich festhalten, dass der Behandlungstermin zur abgehenden Blüte in jedem Fall der Termin mit der größten Bedeutung war. Die leichten Niederschläge Anfang Juni hatten ausgereicht, um Oidium im Bestand zu fördern. „Zu diesem Zeitpunkt gilt es, die Mittel strategisch einzusetzen“, berichtete Griebel. Aus Sicht von Bayer sind dies im Vorblütebereich das kurativ wirkende Prosper Tec und Luna Max in die abgehende Blüte. Luna Max biete als Wirkstoffkombination (Prosper-Wirkstoff + der SDHI-Wirkstoff Fluopyram) große Sicherheit, so Bayer.
Gute Erfahrungen hat man bei Bayer auch mit Wirkstoffkombinationen von Kaliumhydrogencarbonat (in Versuchen Kumar) im Nachblütebereich gemacht. Bei seinen Empfehlungen weist das Unternehmen auch immer wieder auf die Bedeutung von Wirkstoffwechseln im Sinne eines Resistenzmanagements hin.
Kaum Probleme mit Peronospora
Peronospora verursachte in diesem Jahr kaum oder nur sehr wenig Probleme. Im Spritzfensterversuch in Mülheim/Mosel zeigte sich, dass die Behandlung in der abgehenden Blüte wichtig war. Laut Bayer war man mit den Mitteln Profiler und Melody Combi in dieser Saison zu jeder Zeit sicher unterwegs. Ab dem nächsten Jahr stehe mit Mikal Zeta ein weiteres Fungizid gegen Peronospora zur Verfügung, das vor allem in der Vorblüte, aber auch in der Nachblüte noch mehr Sicherheit bringen soll. Die Wirkstoffkombination aus dem vollsystemischen Fosetyl (wie Profiler) und dem teilsystemischen Zoxamid zeichne sich durch seine ideale Wirkstoffsicherheit gerade in Phasen des starken Zuwachses aus.
Das Veranstaltungssangebot in Biebelnheim und Diedesfeld wurde ergänzt durch Maschinenausstellungen und Vorführungen von Applikationstechnik, die von Mitarbeitern der DEULA kommentiert wurden. Friederike Krick, https://www.agrar.bayer.de