Frostschaden in Franken höher als erwartet

Weinbergsbesichtigungen

© Dr. Christian Kaiser
Kurz nach der ersten Besichtigung der Frostschäden vom 11. Mai 2020 waren die Experten optimistisch, dass sich die Reben noch regenerieren könnten. Sachverständige der Vereinigten Hagel und auch Fachleute des fränkischen Weinbauverbandes rechneten mit Ertragseinbußen von rund 30 %. Über zwei Drittel der 6.250 ha Rebfläche waren damals von dem Spätfrostereignis betroffen. Besonders schwer erwischte es die Mainschleife und den Raum Bad Kissingen. Um den Schadenverlauf und das tatsächliche Regenerationspotential einzuschätzen, hat die Vereinigte Hagel, unter der Leitung von Bezirksdirektor Dr. Philipp Schönbach, kürzlich sogenannte Zwischenbesichtigungen durchgeführt.

Reben haben sich nicht vom Frost erholt

Gemeinsam mit dem Weinbauexperten und stellvertretenden Bezirksdirektor aus Alzey, Dr. Christian Kaiser, wurde festgestellt, dass sich die Reben entgegen den Erwartungen nicht vom Frost erholen konnten. Lage- und sortenspezifisch wird der Ernteverlust aufgrund des Schadzeitpunkts und der nachfolgenden Witterung vermutlich sogar noch höher liegen als ursprünglich angenommen. Endgültig festgestellt wird der Schaden kurz vor der Lese. Für die Experten steht fest, dass die Gefahr von Spätfrösten in den letzten Jahren zugenommen hat, auch wenn dies vor dem Hintergrund des Klimawandels paradox erscheinen mag. Das Deutsche Weininstitut berichtete bereits im Jahr 2018, dass aufgrund der warmen Temperaturen im zeitigen Frühjahr die Rebblüte statt im Juni bereits im Mai einsetzte. Je früher die Vegetation beginnt, desto größer ist die Gefahr, dass die Blüten einem Spätfrost ausgesetzt werden. red