Gemeinsam Zukunft gestalten

RHEINHESSEN

Foto: Bettina Sieé
Rheinhessenwein e.V. hatte am 17. Juni 2026 zur Mitgliederversammlung in die Aula des DLR in Oppenheim eingeladen. Neben den Regularien standen Marketingmaßnahmen, die Weiterentwicklung der Kampagne „Wir sind Rheinhessen“ sowie die künftige Strate­gie der Gebietsweinwerbung im Mittelpunkt.
Rheinhessenwein-Vorsitzender Stefan Braunewell blickte auf ein für die Weinbranche herausforderndes Jahr 2025 zurück. Der weltweit rückläufige Weinkonsum und der anhaltende Wettbewerbsdruck stellten die Betriebe vor große Aufgaben. Gleichzeitig hob er die hohe Qualität des aktuellen Jahrgangs hervor. Gerade in diesem Marktumfeld sei eine starke Herkunftskommunika­tion wichtiger denn je. „Ziel bleibt es, Deutschlands größtes Weinbaugebiet Rheinhessen als moderne Wein- und Genussregion sichtbar zu machen, neue Zielgruppen anzusprechen und Menschen für die Herkunft, die Weine und die Persönlichkeiten der Region zu begeistern“, so Braunewell.
Marketing verlagert sich auf digitale Formate
Die Mitglieder erhielten Ein­blicke in die Marketingaktivitäten von Rheinhessenwein. Im Fokus stand die Kampagne „Wir sind Rheinhessen“, die mit authentischen Geschichten, starken Persönlichkeiten und digitalen Formaten die Wahrnehmung der Region weiter stärkt. Erfolgreich entwickelt sich die Webserie „Weinblick in die Zukunft“, mit mehr als einer Million Aufrufe, wie Nathalie Hartenstein, Geschäftsführerin Marketing/PR, erklärte.
Der Werkstattbericht zur „Weinwerbestrategie Rheinhessen 2030+“ informierte über den laufenden Prozess. Ziel ist es, mit der Branche eine langfristige Vision für die Weinwerbung zu entwickeln, Zielgruppen und Märkte zu priorisieren sowie die Zusammenarbeit in der Region auszubauen. Passend dazu stellte Eberhard Abele vom Deutschen Weininstitut (DWI) eine Zielgruppenanalyse (DWM 12, ab S. 9) und aktuelle Projekte des DWI vor. Dabei ging er auf die Gemeinschaftskampagne im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ein, die mit den Anbaugebieten Rheinhessen, Mosel, Pfalz und dem Land Rheinland-Pfalz umgesetzt wird.
Friedrich Ellerbrock, Geschäftsführer des Weinbauverbands Rheinhessen und kaufmännischer Geschäftsführer des Rheinhessenwein e.V., präsentierte die Jahresrechnung. Den Aufwendungen von insgesamt 2,55 Mio. € stehen Erträge von 2,70 Mio. € gegenüber, sodass als Jahresergebnis 146.236 € verbucht werden können.
Bei den Fördermitteln (nur 83.000 €) gebe es sehr viele „Fallstricke“, hier wolle man ansetzen und ausbauen. Positiv bewertet wird die zunehmende Vernetzung innerhalb der Region von Weinwerbung, Tourismus und weiteren Partnern.
Die Versammlung wählte den neuen Landrat Thomas Barth als Vertreter des Kreises Mainz-Bingen in den Gesamtvorstand. Zum Abschluss dankte Braunewell den Mitgliedern, Partnern und Förderern für ihr Engagement: „Die Leidenschaft vieler Menschen ist Grundlage dafür, dass Rheinhessen als zukunftsorientiertes Weinland wahrgenommen wird. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft unserer Region“, sagte Braunewell. bs