Geplante Erhöhung der Sektsteuer

BWV übt scharfe Kritik

Deutliche Kritik an der geplanten Erhöhung der Sektsteuer üben der Verband Deutscher Sektkellereien e.V. (VDS), der Bundesverband Wein und Spirituosen International (BWSI), der Bauern- und Winzerverband Rheinland-­Nassau (BWV) sowie die IHK Trier. Der Vorschlag sei wirtschafts- und strukturpolitisch nicht nachvollziehbar. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage des deutschen Weinbaus wäre eine zusätzliche steuerliche Belastung ein völlig falsches Signal an Winzerfamilien, Kellereien, Genossenschaften und die gesamte Wertschöpfungskette. Längst arbeiten viele Familienbetriebe an der Belastungsgrenze.
In vielen Betrieben bietet Sekt derzeit eine Perspektive. Während der Absatz von Stillwein seit Jahren unter Druck stehe, investierten Winzer in hochwertige Sekte sowie alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen. Das Segment ermögliche Innovationen und stärke die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe. Eine Steuererhöhung würde diesen Trend ausbremsen. Die Hersteller haben bei der geplanten Erhöhung nur zwei Möglichkeiten: Entweder tragen sie die zusätzliche Steuerlast selbst und schwächen ihre angespannte Ertragslage weiter oder sie geben die Mehrbelastung über höhere Preise an die Verbraucher weiter. Es drohen Absatzrückgänge in dem preissensiblen Markt. Beide Wege führen zu zusätzlicher Belastung der Weinbaubetriebe.
Gerade mal einen Tag Frist zur Stellungnahme
Der Entwurf zur Erhöhung der Sektsteuer wurde den Verbänden am 29. Juni 2026 mit einer Frist zur Stellungnahme bis zum 30. Juni 2026, 13 Uhr, zugeleitet. Eine so kurze Frist werde der Tragweite dieser Maßnahme nicht gerecht. Die Verbände sind empört.
Ehrenamtlich geführte Verbände benötigten Zeit, um sich mit ihren Gremien abzustimmen. Die Verbände fordern alle politischen Entscheidungsträger auf, sich gegen die geplante Steuererhöhung einzusetzen.
Die Sektsteuer ist eine Verbrauchsteuer, die bei 136 Euro je Hektoliter oder 1,02 Euro je 0,75-Liter-Flasche liegt. Nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums soll sie ab 2027 auf 163 Euro je Hektoliter steigen. Die Steuerbelastung je 0,75 Liter-Flasche würde auf 1,22 Euro anwachsen; das wäre ein Plus von knapp 20 %.
Ein klares Nein auch von den Exporteuren
Ein klares Nein zu den Steuerplänen der Bundesregierung kommt auch vom Verband Deutscher Weinexporteure (VDW). „Die geplante Erhöhung der Schaumweinsteuer ist weder wirtschafts-, finanz- noch strukturpolitisch überzeugend“, erklärte Geschäftsführer Christian Schwörer auf der Mitgliederversammlung des Verbandes. Sie belaste eine Branche, die sich in existenziell schwieriger Lage befinde, gefährde Investitionen, Innova­tionen und Arbeitsplätze und werde ihr erklärtes Ziel nicht erreichen. Die Mehreinnahmen seien wegen drohender Absatzverluste und Folgewirkungen entlang der Wertschöpfungskette zu bezweifeln. red