Nach über zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit haben die Grundstückseigentümer der Gründung eines regionalen Wasser- und Bodenverbandes zur Bewässerung von Rebflächen in Niederhausen an der Nahe zugestimmt.
Die Kreisverwaltung hatte als zuständige Aufsichtsbehörde nach Veröffentlichung des Antrags der Winzer im August alle betroffenen Grundstückseigentümer eingeladen. Mit 54 Ja-Stimmen bei sechs Gegenstimmen wurde der Gründung des Verbandes zugestimmt.
Vorausgegangen waren gut zweieinhalb Jahre Gespräche und Voruntersuchungen innerhalb der Winzerschaft zur Machbarkeit einer nachhaltigen Bewässerung von Weinbergen. Die Lagen Hermannshöhle, Klamm und Pfaffenstein zählen zu den bedeutenden Weinbergslagen an der Nahe und genießen national wie international hohes Ansehen. Auch hier stellen die Folgen des Klimawandels den Weinbau vor wachsende Herausforderungen.
Aus dem Austausch der Winzer mit dem Weinbauverband, dem DLR und der LWK entwickelte sich die Idee einer gemeinschaftlichen Wasserversorgung für knapp 20 Hektar Rebfläche. Nach ersten Pilotprojekten am Main in Franken sowie in der Pfalz, an der Mosel und an der Ruwer soll nun auch an der Nahe ein solches Pilotprojekt umgesetzt werden. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln, wie sich eine bedarfsgerechte, wassersparende Bewässerung im Weinbau organisieren lässt.
Den rechtlichen Rahmen bildet das Wasserverbandsgesetz. Der Wasser- und Bodenverband ermöglicht es Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern, die Wasserbeschaffung, Speicherung und Verteilung gemeinsam und eigenverantwortlich zu übernehmen. Die Umsetzung soll in enger Zusammenarbeit mit den Behörden umweltschonend, unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten erfolgen. Auch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt Vorhaben, bei denen der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser im Vordergrund steht.
Landesverband der Wasser- und Bodenverbände RLP