Leicht unterdurchschnitt­liche Erträge erwartet

WÜRTTEMBERG

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Der Weinbauverband Württemberg informierte Mitte ­September in seiner Herbst-Presse­konferenz über ein intensives Weinbaujahr 2021. „Spätfröste, Hagel, eine extrem feuchte Witterung in den Sommermonaten und ein dadurch hoher Infektionsdruck mit Pilzkrankheiten: Der Weinbau erlebte eine volle Breitseite des Klimawandels“, fasste Weinbaupräsident Hermann Hohl zusammen und prognostizierte einen mengenmäßig leicht unterdurchschnittlichen Jahrgang. Die Hauptlese wird bei den meisten Betrieben am 20. September oder später starten. „Wir brauchen nun kalte Nächte und warme Tage. Der Spätsommer ist die Grundlage eines qualitativ guten Jahrgangs“, sagte Hohl, der im späten Lesetermin durchaus eine große Chance für den Jahrgang sieht. Beim Blick auf den Weinmarkt seien die Württemberger Weinerzeuger bisher „mit einem blauen Auge durch die Pandemie gekommen.“
Regionale Weine auch wertschätzen
„Während die Inflation, der Verbraucherpreisindex und der Index für Nahrungsmittel kontinuierlich positive Veränderungsraten aufweisen, stagniert der Preis für regionale Weine seit Jahren“, bilanzierte Hohl. Viele Betriebe haben bereits Preiserhöhungen angekündigt. Eine Anhebung des Flaschenpreises um nur 30 Cent dient lediglich dem Inflationsausgleich: Vor allem die Preise für Glas, Kartonage und Energie steigen stetig. Zudem wird die Traubenerzeugung und Weinbereitung aufgrund der gesellschaftlichen Ansprüche an die Produktionsbedingungen arbeitsintensiver und teurer. Gleichzeitig greifen Verbraucher aber zu Produkten aus dem Ausland, deren Herstellung bei der Kaufentscheidung oft nicht berücksichtigt wird. Bereits heute sehen sich viele Nebenerwerbsbetriebe wegen der Auflagen zur Aufgabe gezwungen. Weinbaupräsident Hohl appellierte an Handel und Verbraucher, Regio­nalität und Herkunft nicht nur einzufordern, sondern auch wertzuschätzen. WVW