Der Deutsche Weinbauverband e.V. (DWV) zog auf der Grünen Woche in Berlin Bilanz für das Jahr 2025 und veröffentlichte einen Forderungskatalog für das Jahr 2026. Die Forderungen richten sich an die politischen Entscheidungsträger und umfassen Maßnahmen, die einen Rechtsrahmen schaffen sollen, in dem die Weinbranche ihre Herausforderungen meistern kann.
2025 wurden einige Forderungen des DWV realisiert: Die Absenkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie, Wiedereinführung des Agrardiesels, Ausweitung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung auf 90 Tage, Anpassung der Ökoregelung 1a oder neue strukturelle Möglichkeiten für Schutzgemeinschaften. Hinzu kommen 1 Mio. Euro Bundesmittel für die (zweckgebundene) Absatzförderung durch das Deutsche Weininstitut (DWI) und die verlängerte Antragsfrist für Wiederbepflanzungen. Dies alles ist, laut DWI, nicht ausreichend, weshalb es 2026 weitere Maßnahmen und verbindliche Umsetzungen braucht, um die Wettbewerbsfähigkeit der Weinbaubetriebe nachhaltig zu stärken.
Umsetzung des EU-Weinpakets gefordert
Der DWV fordert von der deutschen Politik die unmittelbare Realisierung konkreter Maßnahmen statt zusichernder Worte. Verschwindet der Weinbau aus den Regionen, verlieren auch Tourismus, Gastronomie, Hotellerie sowie vor- und nachgelagerte Wirtschaftszweige ihre wirtschaftliche Grundlage und es verkümmert eine prägende Kulturlandschaft.
Konkret fordert der DWV die nationale Umsetzung des EU-Weinpakets, die Einführung der Rotationsbrache, ein starkes Agrarbudget im Rahmen der neuen GAP, die Verbesserung und Entbürokratisierung der (Wieder-)Zulassung neuer und bestehender Pflanzenschutzmittel und die Wiederzulassung von Kaliumphosphonat im ökologischen Weinbau. Zudem fordert der DWV eine offene Diskussion der Verordnung zur Umsetzung des Agrargeoschutzes sowie die präzise Benennung der vom Nature Restoration Law betroffenen Gebiete. Eine klare, verbindliche Regelung zu sozialversicherungsfreien Tätigkeiten gehört auch in den Forderungskatalog des DWV.
Der DWV-Generalsekretär Christian Schwörer betont, dass neben der Einführung einer Rotationsbrache die Umsetzung des EU-Weinpakets, das strukturelle Anpassungen des Managements des Produktionspotenzials ermöglicht, oberste Priorität habe. Brüssel hat innerhalb des letzten Jahres geliefert, das Paket ist final abgestimmt, die Vorbereitung könne jetzt im Schulterschluss mit dem Berufsstand vorbereitet werden. DWV-Präsident Klaus Schneider betont, dass der Verband vom Staat keine weiteren finanziellen Mittel fordere, sondern die Schaffung des rechtlichen Rahmens, in dem der Berufsstand seine Herausforderungen meistern könne. Ein enger Dialog mit dem Berufsstand im Vorfeld von Gesetzgebungsverfahren sei unablässig, um die Praxistauglichkeit neuer Regelungen zu garantieren.
Die Weinbranche appelliert an politische Entscheidungsträger, die Forderungen aus der Praxis in ihre Programme aufzunehmen. DWV