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WÜRTTEMBERG

Vorstand und Aufsichtsrat zurückgetreten

Auf der Generalversammlung der Remstalkellerei am 23. Januar sind der Vorstand und der Aufsichtsrat des Unternehmens zurückgetreten, nachdem die Mitglieder die Entlastung verweigert hatten. Lediglich Aufsichtsratsmitglied Rüdiger Borck ist noch im Amt. Die Remstalkellerei befindet sich in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Zahlreiche Mitglieder sind unzufrieden mit den gezahlten Traubengeldern.
 
Geld an Betrüger verloren
Das Fass zum Überlaufen brachte allerdings ein Vorfall aus dem Jahr 2017, von dem die Mitgliedswinzer erst jetzt erfahren haben. Die Remstalkellerei ging 2017 einem Betrüger auf den Leim, der einen lukrativen Exportauftrag in Aussicht gestellt und für die Vermittlung eine Provision verlangt hatte, die in Goldbarren ausgezahlt wurde. Das Exportgeschäft kam nicht zustande, der Betrüger ist mit den Goldbarren, angeblich im Wert von 35 000 Euro, verschwunden. Der Vorfall sei umgehend dem Aufsichtsrat und Prüfungsverband mitgeteilt worden. Die Verluste seien in der Bilanz des Jahres 2017 verbucht worden, erklärte Peter Jung, seit August 2018 Geschäftsführer der Genossenschaft in Weinstadt.
 
Wahlen unterbrochen
Die Generalversammlung, bei der eigentlich turnusmäßig die Wahlen des Vorstands und Aufsichtsrats auf dem Plan standen, zog sich über mehrere Stunden hin und wurde schließlich unterbrochen. Sie soll Anfang März fortgesetzt werden. Heike Schacherl, die kaufmännische Leiterin der Remstalkellerei, die vom Aufsichtsrat zum Vorstandsmitglied bestellt worden war, wird nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie hat ihr Amt bereits Ende 2019 „aus persönlichen Gründen“ niedergelegt. Ende März 2020 wird sie auch ihren Posten als kaufmännische Leiterin der Remstalkellerei aufgeben und das Unternehmen verlassen, kündigte Jung an. red