Weinbau und Natur in der Steillage sichern

MOSEL

Foto: Martina Engelmann-Hermen
Zum Auftakt der Woche der Artenvielfalt im Weinanbaugebiet Mosel veranstaltete das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel am 21. Mai 2026 in Kanzem sein traditionelles Symposium zur Biodiversität im Steillagenweinbau. Rund 85 Interessierte nahmen an der Veranstaltung zum Thema „Die Zukunft wächst am Hang – Weinbau, Wandel, Biodiversität“ teil.
Wie wirkt sich Strukturwandel auf Steillagen aus?
Im Mittelpunkt der Fachvorträge stand die Frage, wie sich der fortschreitende Strukturwandel im Steillagenweinbau auf Natur, Landschaft und biologische Vielfalt auswirkt. Torben Alles, Leiter der Abteilung Land­entwicklung am DLR, betonte in seiner Begrüßung die besondere Bedeutung der Weinkulturlandschaft für zahlreiche wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig verwies er auf die Herausforderungen durch Klimawandel und Nutzungsaufgabe.
Dr. Matthias Porten, Abteilungsleiter Weinbau im DLR Mosel, warnte vor einem erneuten deutlichen Rückgang bewirtschafteter Rebflächen. Bereits während des Strukturwandels um die Jahrtausendwende seien große Teile der Steillagen aus der Nutzung gefallen. Technische Innovationen wie KI-gestützter Rebschnitt, Robotertechnik oder neue Bewirtschaftungssysteme könnten künftig wichtige Lösungsansätze bieten.
Mehrere Fachvorträge beleuchteten die Bedeutung strukturreicher Weinbergslandschaften für Vögel, Insekten, Schmetterlinge und Reptilien. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere Trockenmauern, Begrünungen sowie eine vielfältige Landschaftsstruktur entscheidend für den Erhalt der Biodiversität sind.
Am Nachmittag führte eine Exkursion in die Steillagen an der Saar. Unter Leitung von Dr. Cord-Henrich Treseler vom Weingut Dr. Frey erhielten die Teilnehmenden Einblicke in bewirtschaftete, brachgefallene und rekultivierte Weinbergsflächen. Am Wawerner Jesuitenberg, der bereits 2017 als „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“ ausgezeichnet wurde, wurden praktische Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität vorgestellt. Thematisiert wurden unter anderem der Erhalt von Trockenmauern, Begrünungskonzepte sowie die Offenhaltung von Flächen durch extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen.
Zum Abschluss des Symposiums wurde deutlich: Der Erhalt der Steillagenweinberge ist nicht nur eine weinbauliche, sondern auch eine ökologische und gesellschaftliche Aufgabe. Biodiversität, Nutzung und wirtschaftliche Tragfähigkeit müssten künftig noch stärker gemeinsam gedacht werden. DLR Mosel