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Weinbranche ist zufrieden

Der rheinhessische Weinwirtschaftsrat, zu dem sich die Vertreter der Weinbranche regelmäßig treffen, erwartet eine Traubenblüte noch im Mai. Schon jetzt freuen sich alle auf den neuen Jahrgang, weil durch mehrere kleine Ernten die Weinmenge überschaubar ist. Wenn die Nachfrage des Handels nicht befriedigt werden kann, befürchten die Weinkellereien, dass ausländische Ware die deutsche ersetzt.
 
Der rheinhessische Weinwirtschaftsrat hatte zum Pressegespräch nach Stadecken-Elsheim ins Weingut Eppelmann eingeladen, um einen Überblick über die Situation des Weinbaus und der Weinvermarktung zu geben. Die Reben haben derzeit einen Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen, schätzt Ingo Steitz, rheinhessischer Weinbaupräsident. Die bangen Nächte der Spätfrostgefahr seien noch nicht überstanden. Bei Ludwigshöhe starteten im April und in der Nacht zum 3. Mai Hubschrauber, um in einer gefährdeten Lage die Luftschichten zu verwirbeln und ein Erfrieren der noch jungen Triebe zu verhindern. In Senken Rheinhessens kam es zu lokalen Frostschäden, aber Steitz rechnet nicht mit größeren Ausfällen.
 
„Wir können keinen Frost gebrauchen“, sagte Wolfgang Trautwein, Vorsitzender des Verbandes der rheinhessischen Weinkellereien. Die Ernte lag 2013 in Rheinhessen mit 2,53 Mio hl im langjährigen Mittel, so Trautwein. An der Mosel gab es starke Einbußen. So ist erstmals Rheinhessen größte Bezugsquelle der Kellereien für Riesling mit 35 %.
 
Weinbauverband will weitere Förderung der Pheromone
Sorgen bereitet dem rheinhessischen Präsidenten die Ankündigung des Mainzer Weinbauministeriums, ab 2015 die Förderung für die Anwendung des Pheromonverfahrens zu streichen. Der Weinbauverband befürchtet das Auseinanderbrechen der Pheromonanwendergemeinschaften und damit das Ende dieser erfolgreichen biotechnischen Pflanzenschutzmaßnahme. In Rheinhessen sind es 60 Anwendergemeinschaften mit einer Rebfläche von 14 000 ha. Steitz hofft in weiteren Verhandlungen mit Ministerin Ulrike Höfken noch auf ein Einlenken, denn für Nationalparks sei Geld da.
Wie Dr. Ludwig Tauscher, Leiter des Weinbauamtes Alzey, berichtete, stiegen die Anstellungen rheinhessischer Qualitätsweine bei der Landwirtschafts­kammer im Jahr 2013 um 3,5 %. Die gute Qualität des 2013er Weißweines habe alle überrascht, sind sich die Experten einig: „Nach den schwierigen Witterungsbedingungen war das so nicht zu erwarten.“ Hier habe sich gezeigt, dass die Winzer auch mit einem schwierigen Jahr umgehen können.
 
„Rheinhessen hat großen Anteil am Export“, erklärte Albrecht Ehses, Geschäftsführer des Verbandes der rheinhessischen Weinkellereien. Auf den ausländischen Absatzmärkten musste der deutsche Qualitätswein Mengenverluste hinnehmen. Unter Druck stehen die Hauptzielmärkte Großbritannien (- 7,6 %) und USA (- 9,1 %). Erfreulich ist die Wertsteigerung der vermarkteten Weine. So liegt der Durchschnittswert für USA, laut Ehses, bei 3,83 €/l. Hier konnte Rheinhessen zulegen und lieferte, nach Auswertung der Industrie- und Handelskammer Trier, zuletzt jährlich 5,6 Mio l zu einem Durchschnittspreis von 3,30 €/l. Beim derzeit diskutierten Freihandelsabkommen mit den USA sei aus Sicht der Weinbranche eine Liberalisierung sehr wünschenswert, um Bürokratie abzubauen und den Export zu vereinfachen. Wichtigstes Lieferland für rheinhessische Weine ist mit 9,5 Mio l die Niederlande.  
Der Absatz deutscher Weine in Deutschland hat 2013, nach Angaben der Gesellschaft für Kon-sumforschung (GfK), im Vergleich zum Vorjahr eine gute Entwicklung genommen. So ist der Umsatz im Handel mit deutschen Weinen in Deutschland 2013 mit einem Plus von 8 % deutlich gestiegen. Auch die Marktanteile in Deutschland spiegeln diese Entwicklungen.
Thomas Schätzel, Rheinhessenwein, stellte die Aktivitäten der Weinwerbung vor. Neben der Anzeigenkampagne gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Zentrales Thema ist die Profilierung der Herkunft Rheinhessen. Aktuell werde der Internetauftritt www.rheinhessen.de zur Nutzung durch Smartphones, Tablets und so weiter optimiert.                      
bs