Weiterhin keine Ausnahmen für Wein

Handelskonflikt mit den USA

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben die nächste Hürde in ihren Zollverhandlungen genommen. Am 21. August veröffentlichten sie eine bereits seit Wochen erwartete gemeinsame Erklärung, die weitere Details zu der Einigung über den Rahmen für den künftigen transatlantischen Handel enthält.
Die EU-Kommission beabsichtigt demnach, einem breiten Spektrum von US-amerikanischen Fischerei- und Agrarerzeugnissen einen bevorzugten Marktzugang zu gewähren. Für Wein und Spirituosen ist es der EU aber nicht gelungen, eine Ausnahmeregelung zu erzielen. Laut EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sollen diese Sektoren jedoch in zukünftigen Verhandlungen mit der US-Regierung besondere Priorität erhalten. Der Kommissar warnte aber im selben Atemzug vor zu hohen Erwartungen. Die Gespräche dürften nicht einfach werden, so seine Einschätzung. Die Kommission hofft darauf, ihre amerikanischen Verhandlungspartner davon überzeugen zu können, dass es in ihrem Eigeninteresse liegt, die Zölle auf Wein und Spirituosen abzubauen.
CEEV enttäuscht und zuversichtlich
Der Dachverband der Spirituosenhersteller (SpiritsEurope) zeigte sich „tief enttäuscht“, dass die Einigung keine Zollausnahme für die Ausfuhr europäischer Spirituosen in die USA vorsieht. Ganz ähnlich positionierte sich der Europäische Dachverband der Weinwirtschaft (CEEV). Die Vereinigten Staaten seien der größte Absatzmarkt für europäische Weine, betonte der CEEV. Der seit Monatsbeginn geltende US-Zollsatz von 15 % schade dem Sektor und mindere Umsatz, Investitionen und Exportmengen. Der CEEV ist nach eigenen Angaben indes nach wie vor zuversichtlich, dass es eine Ausnahmeregelung für EU-Wein geben wird. age