Auszeichnung für Prof. Dr. Ulrich Fischer

Peter Morio-Preis 2026

Foto: JKI Julia Fuchs
Seit 1933 verleiht die Gemeinschaft der Förderer und Freunde des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof e.V. den Peter Morio-Preis alle zwei Jahre an Persönlichkeiten mit herausragenden Verdiensten in der Rebenzüchtung und Züchtungsforschung an Reben. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an Prof. Dr. Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, der sie am 6. März am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Siebeldingen erhielt.
Mit bahnbrechenden Arbeiten zum oenologischen Potenzial habe Fischer Piwi-Weine salonfähig gemacht, sagte Prof. Dr. Oliver Trapp, Geschäftsführer des Vereins, bei der Urkundenübergabe. Zudem habe er bei zahlreichen Vorträgen vor Winzern das Eis gegenüber den neuen Rebsorten gebrochen. Fischer ist Professor für Oenologie und Sensorik am Weincampus Neustadt, wo er auch das Amt des Abteilungsleiters Weinbau und Oenologie innehat. Die Lehre und Ausbildung der Studierenden seien ihm besonders wichtig, so Trapp.
Fischer freute sich sichtlich über die Auszeichnung, die „eine besondere Ehre“ für ihn sei, vor allem, weil er als Oenologe eine Auszeichnung für Verdienste in der Rebenzüchtung erhielt. Wie Züchtung und Oenologie miteinander verknüpft sind, zeigte er in seinem Vortrag über seine Forschungsarbeiten zu Piwis in den letzten rund 25 Jahren auf. Die ersten gab es Anfang der 2000er im Rahmen des Regent Forums. Es folgten viele weitere, auch in enger Zusammenarbeit mit dem JKI. Seinen persönlichen „Piwi-­Moment“ hatte er bei der Verkostung der Versuchsweine seines damaligen Doktoranden Marc Weber. „Viele Projekte haben mich neben dem Thema Nachhaltigkeit von den Sorten überzeugt“, ergänzte Fischer.
Mindestens auf Augenhöhe
Der Oenologe betonte, dass die Herausforderungen von Piwis nicht nur in der Züchtung lägen. Man müsse die Weine auch ins Glas bringen und Begeisterung bei den Winzern und den Verbrauchern auslösen. Bei einem Projekt, das Weißweine aus Piwis mit klassischen Sorten verglich, sei dies gelungen: Sie wurden gut, teilweise sogar besser bewertet, sowohl von Experten als auch von Verbrauchern. „Bei Rotweinen müssen wir noch etwas daran arbeiten“, gab Fischer zu. Dennoch seien die Sorten bei den Verkostungen bereits auf Augenhöhe gewesen.
Besonders stolz ist Fischer auf das Projekt „SelWineQ“, das der Bund neun Jahre lang förderte. Dabei wurde der Weg von der Qualität im Glas bis zum Genom zurückgeführt, um herauszufinden, welche Gene sich positiv oder negativ auf die Weinqualität auswirken. Die daraus abgeleiteten Qualitätsmarker beschleunigen die Züchtung neuer Sorten. bla