Anfang März waren Wissenschaftler des GFZ Helmholtz- Zentrum für Geoforschung und des RIFS Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit am GFZ zu Besuch auf dem Familienweingut Sander im rheinhessischen Mettenheim. Anlass war der Start des Forschungsprojekts Reset, das untersucht, ob und wie die Ausbringung von Gesteinsmehl sich zusätzlich positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Dabei wirkt das Weingut Sander als Praxispartner am vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der CDRterra Strategie geförderten Forschungsprojekts mit.
Gesteinsmehl speichert CO2
„Was wir erforschen, ist ein natürlicher Prozess, der keiner aufwendigen technischen Maßnahmen bedarf“, sagt Prof. Dirk Sachse, einer der Leiter des Forschungsprojekts. Die Verwitterung von Silikatgesteinen sorge seit Jahrmilliarden für die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre. Der Prozess ist einfach: Gesteinsmehl, also feiner Abrieb-Staub, der bei der Verarbeitung von Gesteinen entsteht, wird auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Er reagiert an der Erdoberfläche mit CO2 aus der Luft. Über den natürlichen Wasserkreislauf gelangt der Gesteinsstaub über Grundwasser, Bäche und Flüsse ins Meer und lagert dort zum Beispiel als Kalkgestein ab und speichert so das CO2 dauerhaft.
Enhanced silicate weathering (ESW; dt.: beschleunigte Silikatverwitterung) ist auf dem Weingut seit Jahrzehnten gelebte Praxis. „Wenn sich im Laufe des Projekts die Wirksamkeit von landbasierter CO2-Entnahme durch ESW bestätigt, dann ist es eine niederschwellige, einfach durchzuführende Maßnahme. Sie kann auf vielen landwirtschaftlichen Flächen Anwendung finden und damit einen substanziellen Beitrag leisten, um unser Land und die EU bis zum Jahre 2050 CO2-neutral werden zu lassen und es danach auch zu bleiben“, so Sachse. Weingut Sander/red