Die Erzeugergemeinschaft (EZG) Goldenes Rheinhessen hatte zur Mitgliederversammlung ins Gemeindezentrum Oswaldhöhe nach Bornheim eingeladen und begrüßte als Ehrengast Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, die von Rheinland-Pfalz beschlossene Maßnahmen erklärte und eine schnelle Umsetzung des EU-Weinpaktes forderte. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blickt die Erzeugergemeinschaft Goldenes Rheinhessen w.V. letztlich auf ein erneut zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück und berichtet von einer stabilen wirtschaftlichen Lage.
Im Jahres- und Lagebericht erklärte der Vorsitzende der EZG Goldenes Rheinhessen, Hubertus Brand, dass sich Fassweinabsatz und -umsatz des wirtschaftlichen Vereins im Geschäftsjahr 2024/25 höchst gegenläufig entwickelten. Während beim Absatz der Erzeugnisse in der Menge gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 2,6 Mio. L (5,9 %) erzielt wurde, ging der Fassweinumsatz preisbedingt um 3,3 Mio. Euro (7,1 %) zurück. Die Abwicklung der Großkundenaufträge erfolgte zur Zufriedenheit der Abnehmer. Stornierungen oder Forderungsausfälle waren nicht gegeben. Im Laufe des Geschäftsjahres 2024/25 wurden 47,3 Mio. L (+4,6 %) aus angelieferten Trauben gewonnen oder als Most und Fasswein bezogen.
Die EZG registrierte insgesamt rund 22,7 Mio. kg Trauben (+6,1 %), davon 21,4 Mio. kg aus Mitgliedsbetrieben (+8,4 %). Zudem wurden 28,3 Mio. L Most, Jung- und Fasswein (+1,3 %) bezogen oder bei Ergänzungskäufen über Kommissionäre von Weinbaubetrieben der Region geordert. Die Übernahmen aus Mitgliedsbetrieben hatten mit rund 55 % Vorrang und lagen um 16,2 % über dem Vorjahr, während der benötigte Fremdbezug um 6 % zurückging.
Die Auszahlungspreise sanken – wie die allgemein erzielbaren Marktpreise – erneut deutlich unter das Niveau der Vorjahre. Insgesamt verringerten sich die Auszahlungspreise für Mitgliedsbetriebe im Schnitt um 10,1 % und für die ergänzenden Fremdzukäufe um 22,8 %. Eine abträgliche Entwicklung – besonders aus Sicht der Winzer.
Negative Preisentwicklung des Fassweinmarkts
Zum Abschlussstichtag am 30.6.2025 lagerten mit rund 20 Mio. L Fasswein rund 0,8 Mio. L mehr Wein im Betrieb, die bis zum Jahresende 2025 zum Großteil vermarktet wurden. Der bilanzielle Wert der Vorräte sank allerdings gegenüber dem Wert des Vorjahres um rund 4,5 Mio. Euro und gibt die negative Preisentwicklung auf dem gesamten Fassweinmarkt wieder. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat die EZG mit 108.000 Euro einen der Marktsituation entsprechend zufriedenstellenden Jahresüberschuss erwirtschaftet, der nach dem Mitgliedervotum den Rücklagen zugeführt wird. Ergebniswirksam berücksichtigt sind Rückstellungen von rund 900.000 Euro für noch ausstehende Endabrechnungen mit den Mitgliedsbetrieben.
Die Liquidität des Unternehmens zeigt sich solide. Investitionen wurden durch laufende Mittel finanziert. Über den zweckgebundenen Erntekredit hinaus war eine Aufnahme kurzfristiger Kredite nicht erforderlich. Die EZG hat mit den notwendigen Sanierungs- und den Investitionsmaßnahmen der vergangenen Jahre einen wichtigen Schritt zum Erhalt ihrer guten Wettbewerbsfähigkeit und Marktstellung getan. Mit der verlustfreien Bestandsbewertung der Fassweinvorräte zum Bilanzstichtag würde dem Vermarktungsrisiko nach dem Abschlussstichtag in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Die Geschäftsführung erwartet, dass das Geschäftsjahr 2025/26 ebenfalls mit einem zufriedenstellenden Ergebnis für alle Beteiligten abgeschlossen werden kann.
Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt
Die Versammlung wählte den ersten stellvertretenden Vorsitzenden, Matthias Clemens aus Ober-Flörsheim, sowie das jahrzehntelange Vorstandsmitglied Rainer Porscha aus Badenheim erneut in den Vorstand. Rechnungsprüfer ist nun Hans Zaun aus Armsheim. bs