Japankäfer frisst bevorzugt an Reben

Käfer überwintern in Rasen, Wiesen, Weiden

Laut Julius Kühn-Institut (JKI) sterben die erwachsenen Käfer des Japankäfers nach ihrer Hauptflugzeit im August jetzt im Herbst ab. Sollte es noch zu einer letzten Eiablage in den Befallsgebieten gekommen und daraus Larven geschlüpft sein, dann zögen sich diese Larven zur Winterruhe in tiefere Bodenschichten zurück. Sie nutzen Rasen, Wiesen und Weideflächen. Im Frühjahr bei über 10 °C kommen sie zur Nahrungsaufnahme nach oben.
Mit Ertragseinbußen im Grünland sei bei starkem Befallsdruck auch zu rechnen, wenn kaum Schäden sichtbar seien, da die Pflanzen bei geringerem Wurzelwachstum oberirdisch schwächer wüchsen. Das JKI berichtet von Erfahrungen aus Italien und der Schweiz, wo Ertragseinbußen zuerst im Weinbau und dann im Obstbau verzeichnet wurden. Erwachsene Japankäfer fressen unter anderem Rosen, Haselnuss, Blauregen und
Hibiskus, aber auch Obstbäume und Beerensträucher.
In der Schweiz wurden Reben in aufeinander folgenden Jahren kahl gefressen und waren anfällig für Sekundärinfektionen durch andere Schaderreger. Derzeit ist der Japankäfer in Deutschland in einzelnen Gebieten aufgetreten oder wurde als Einzelfund registriert. Für die Ausbreitung sei entscheidend, ob es eine Dunkelziffer von noch nicht entdeckten Käfern außerhalb der jetzigen Überwachungszonen gibt.
Mehrere Schutz- und Überwachungszonen
Die EU hat den Japankäfer als meldungs- und bekämpfungspflichtigen Quarantäneschädling eingestuft. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat erstmals eine Quarantänezone eingerichtet. Zuvor wurde der Schädling in den Lindauer Gemeinden Sigmarszell und Weißensberg nachgewiesen. Daraufhin wurde dort zum 4. September eine Allgemeinverfügung mit Maßnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers erlassen.
In Niedersachsen hatte der Pflanzenschutzdienst nach Funden am Flughafen Hannover auch mehrere Japankäfer in Vechta gemeldet. Auch Hessen und Rheinland-Pfalz haben nach Funden einzelner Käfer Schutzzonen eingerichtet. age