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Frostschäden in Franken, Saale-Unstrut, Sachsen

Lokale Schäden durch Eisheilige

Pünktlich zu den Eisheiligen hat ein Temperatursturz, in der Nacht auf Dienstag, den 12. Mai, lagenweise Spätfrostschäden bei den Reben verursacht. Besonders stark betroffen ist Franken, vor allem im Bereich des östlichen Schenkels des Maindreiecks. Wo sich frühzeitig in der Nacht Nebel gebildet hat, sind keine oder geringere Schäden zu verzeichnen (Maintal). In Seitentälern und höheren Lagen sind die Schädigungen weitaus höher. Im Steigerwaldbereich ist die Lage sehr differenziert. Die LWG Veitshöchheim erwartet nach einer ersten Einschätzung auf mindestens 1.000 Hektar keinen oder kaum Ertrag. Auch an Saale-Unstrut und in Sachsen kam es zu empfindlichen Schäden. Der Weinbauverband Württemberg schätzt im Durchschnitt mit 20 Prozent Ausfall, in Einzelfällen mit bis zu 70 Prozent. In Baden ist Tauberfranken stark betroffen. Das Ausmaß ist laut Weinbauverband Baden noch nicht zu beziffern.
Auch in der Ortenau seien einzelne Lagen erfroren. Rheinhessen meldet Schäden in den unteren Lagen entlang der Rheinfront zwischen Dienheim und Mettenheim sowie vereinzelt in Senken im Hügelland. Einige Lagen sind ähnlich stark betroffen wie 2011. Die Südpfalz verzeichnet punktuell Schäden im Raum Leinsweiler, Eschbach, Göcklingen, Edesheim und Nussdorf. Insgesamt verlief der Frost in Rheinhessen und der Pfalz glimpflich. Die Schadensausprägung an Trieben und Blättern zeigt sich erst in den Tagen nach dem Frost. Ein Austrieb von Beiaugen ist möglich, diese können fruchtbar sein, allerdings ist mit einer Verzögerung von mindestens vier Wochen zu rechnen. Sind noch Gescheine vorhanden, können sich diese weiterentwickeln, wenn sich später Geiztriebe bilden und die Funktion der Triebspitze übernehmen. Bei zu hoher Schädigung, kommt es zur Rückentwicklung der Gescheine oder zum Verrieseln. Eine aktuelle Übersicht zu Frostschäden in den Weinbergen findet sich unter www.vitimonitoring.de. Tipp: Detailkarte und unter „Klasse und Gruppe wählen“ die Auswahl „Beobachtung/Krankheit“. An erster Position unter „Beobachtung“ „Abiotische Schäden“. Wechseln zur Dropdown-Liste: „Objekt wählen“ und unter „Wetter“ auf die Schaltfläche „Frost“ klicken. bs