Pflanzenschutz-Plädoyer

Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

Nach Einschätzung der Deutschen Landwirtschafts-­Gesellschaft (DLG) wird der chemisch-synthetische Pflanzenschutz auf absehbare Zeit „unerlässlich“ bleiben. Alternative Ansätze könnten zwar helfen, allerdings die Aufgaben der chemischen Mittel nicht in ihrer „ganzen Breite“ übernehmen, heißt es in einem Positionspapier. Die DLG spricht sich daher gegen pauschale Reduktionsziele beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus. Stattdessen brauche es eine „Vielfalt an Instrumenten, Wirkstoffen und Technologien, um auf neue Schaderreger, Klimawandel und steigende Anforderungen an Lebensmittelsicherheit reagieren zu können“.
Wie die DLG im Posi­tions­papier ausführt, werden ihrer Ansicht nach politische Vorgaben, wie die der EU-Kommission, bis 2030 den Einsatz zu halbieren, den „komplexen Herausforderungen“ der heutigen Landwirtschaft nicht gerecht. Pflanzenschutzmaßnahmen sicherer machen zu wollen, dürfe nicht dazu führen, dass in Deutschland und Europa weitere Wirkstoffe verloren gingen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass viele Kulturpflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen nicht mehr ausreichend geschützt werden könnten.
Es sei wichtig, darüber zu diskutieren, wie die mit dem chemischen Pflanzenschutz verbundenen Risiken verringert werden könnten. Einen vielversprechenden Ansatz sieht die DLG etwa darin, Mittel gezielter und sparsamer auszubringen. Auch in biotechnologische Verfahren sieht sie Potenzial. age