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Strategie-Empfehlungen beim Bayer-Weinbautag

Foto: Bayer CropScience
Foto: Bayer CropScience
Mitte August präsentierte Bayer seine Weinbau-Pflanzenschutzstrategien auf dem Weingut Holthof im rheinhessischen Biebelnheim. Fehlende Niederschläge sind seit der Lese 2018 das große Thema geblieben. Abgesehen von Dezember 2018 und Mai 2019 lagen die Regenmengen weit unter dem langjährigen Mittel. Das Defizit aus 2018 wurde in die laufende Saison mitgenommen. Darüber hinaus lag der Juni 5 °C über dem langjährigen Mittelwert.

Wenig Infektionsdruck
„Die Peronospora- und Oidium-Situation zeigte sich wegen dieser Wetterdaten wenig dramatisch“, erläuterte Dr. Torsten Griebel, Regionaler Beratungs- und Marketingmanager Sonderkulturen bei Bayer, den Winzern. Die Pero-Infektionen nahmen erst mit Beginn des kräftigen Blattzuwachses im Juni spürbar zu. In dieser Phase waren enge Spritzfolgen wichtig. Später unterstützten die hohen Temperaturen, die den Befall ausbremsten, die Winzer bei ihren Behandlungsmaßnahmen. Vergleichbar verlief die Entwicklung bei Oidium. „Wir sehen aber jetzt, dass sowohl Peronospora als auch Oidium in der Kontrolle nach wie vor vorhanden sind und unter den aktuellen Witterungsbedingungen wiederkommen“, so Dr. Griebel. „Behandlungen während der kritischen Phasen sind also unverzichtbar.“ Gegenüber der Kontrollvariante präsentierten sich die behandelten Varianten weitgehend infektionsfrei, in der Kontrolle wurde ein Oidium-Befall von 40 % bei einer Befallshäufigkeit von 90 % bonitiert.
 
Spritzfolgenvergleich
Besondere Erwähnung verdient laut Bayer das neue Luna Max, das gegen Oidium an Kellertrauben zugelassen ist. Es handelt sich um eine Wirkstoffkombi aus den Wirkstoffen Fluopyram (75 g/l) und Spiroxamine (200 g/l). Während Fluopyram seine Wirkstärke schon im Luna Experience zeigte, ist Spiroxamine ein systemischer Wirkstoff, der zusätzlich noch frühe, latente Oidium-Infektionen verhindern kann. Spiroxamine ist ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement gegen Oidium, da keine Kreuzresistenzen zu Azolen oder Strobilurinen bestehen.
 
Empfehlungen für die Spritzfolge
Mit den bewährten Mitteln Profiler und Melody Combi empfiehlt Bayer CropScience zwei weitere Produkte, die laut Hersteller ergänzend zu Luna Max einen besonders sicheren Schutz gegen Peronospora und Oidium über die Blüte leisten. In einer weiteren Variante bewies das in diesen Tagen für Keltertrauben zugelassene Prosper TEC seine Wirkungskraft. Dieses Mittel wird laut Bayer CropScience für die nächste Saison zur Verfügung stehen. Für Serenade wurde nach Angaben von Bayer die Zulassung gegen Botrytis in Kelter- und Tafeltrauben erweitert, mit Serenade ASO steht ein biologisches Botrytis-Fungizid zur Verfügung. Mit Blick auf Resistenzentwicklungen sieht sich Bayer gut aufgestellt. „Es bleibt sehr wichtig, Fungizide mit spezifischen Wirkungsmechanismen zu wechseln“, betonte Griebel. Bei Oidium und Peronospora empfahl er, jede Wirkstoffgruppe maximal zweimal pro Saison einzusetzen, Wirkstoffgruppen, die gegen Botrytis wirken, sollten sogar nur einmal gebracht werden. „Die Resistenzgefahr ist allgegenwärtig, das zeigt das Beispiel Strobilurine. Und wir müssen davon ausgehen, dass zukünftig nicht mehr, sondern weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen werden. Deshalb müssen wir die, die wir haben, durch nachhaltigen Einsatz schützen“. Mehr Infos: www.cropscience.bayer.de. Bayer CropScience