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Pfalz

Weinbautage

Foto: Andrea Kerth
Innovationsfähigkeit eröffnet neue Horizonte: Die 71. Pfälzischen Weinbautage boten Vorträge zu neuesten Forschungsergebnissen, Strategien und Denkanstöße für die Praxis. Die Themen des DLR Rheinpfalz mit Weincampus Neustadt, der LWK und des Weinbauverbands Pfalz reichten dabei von Herausforderungen durch alte und neue Schädlinge, Spätfrost, Auswirkungen des Klimawandels auf Trauben und Weinerzeugung, Kältetechnik im Keller und betrieblichen Wachstumsperspektiven bis hin zur Digitalisierung.

Die Pfalz noch mehr profilieren
Bei der Jahreshauptversammlung des Weinbauverbandes standen die Innovationsfähigkeit der Betriebe, Perspektiven der Weinbaupolitik und die geschützte Herkunftsbezeichnung als Zukunftschance für die Pfalz im Fokus. Präsident Reinhold Hörner blickte auf das Jahr 2017 zurück, das die Winzer nicht nur durch Wetterextreme gefordert hatte. Angesichts schwieriger Marktbedingungen und einer aufgeheizten öffentlichen Pflanzenschutzdebatte forderte Präsident Hörner in verschiedenen Punkten die Unterstützung von Weinbauminister Dr. Volker Wissing, etwa bei der Pheromonfallenförderung, einer starken Beratung durch gute personelle Ausstattung der rheinland-pfälzischen DLR, bei der Gründung der Schutzgemeinschaft der Pfalz oder auch bei der weiteren Öffnung des Förderprogramms für Investitionen. Zum Markt erklärte Hörner: „Oberstes Ziel muss es sein, Marktanteile in den deutschen Regalen zurückzuerobern. Wir wollen die Pfalz noch stärker als Marke etablieren.“ Deshalb schlug Hörner vor, im ersten Schritt die seit fast 30 Jahren bei 77 Euro liegenden Gebietsweinwerbungsbeiträge auf 100 Euro anzuheben. „Unser aller Bestreben sollte es sein, so schnell wie möglich die Schutzgemeinschaft der Erzeuger der Pfalz zu gründen und ihre Anerkennung zu beantragen“, unterstrich Hörner. Hier habe sich der Weinbauverband Pfalz mit dem Verband der Weingüter und Kellereien und dem Genossenschaftsverband schon weitgehend über die Struktur einer Satzung verständigt.

Politische Perspektiven
Weinbauminister Dr. Volker Wissing zeigte die Perspektiven der Politik auf, zum Beispiel wird aktuell zu Frost und Co. ein konkreter Maßnahmenkatalog für den Weinbau diskutiert. Dr. Wissing betonte, wie wichtig das Risikomanagement im Weinbau sei und positionierte sich klar: „Es wird keineswegs die Pflanzenschutzpolitik der 80er Jahre angestrebt, aber gegenwärtig ist die Weinwirtschaft in Rheinland-Pfalz auf modernen Pflanzenschutz angewiesen. Ich setze hier unter anderem viel Hoffnung auf Technologien für den präzisen Einsatz moderner Mittel.“ Gleichzeitig forderte Wissing eine offene, rationale Debatte des Herbizidthemas von der Öffentlichkeit. Zur Marktsituation erklärte Dr. Wissing: „Ich mache weiter das Angebot, den Dialog zwischen Erzeugern und Vermarktern mit dem Ziel einer Weinmarktstrategie voranzutreiben. Gleichzeitig kann ich eine Menge Geld für ein erfolgversprechendes Konzept zur Verfügung stellen und zwar europäische Finanzmittel im siebenstelligen Bereich.“ Auch Marktanalysen in wichtigen Exportmärkten hat Wissing bereits in Auftrag gegeben.

Qualitätsversprechen Herkunft
Generalsekretär Dr. Rudolf Nickenig stellte das Konzept des Deutschen Weinbauverbands für die Reform des Weinbezeichnungsrechts vor. Kernaussagen dieser Systematik sind: Herkunft ist mehr als die Herkunft der Trauben, sie ist ein Qualitätsversprechen. Und je kleiner die angegebene Herkunftskategorie ist, desto größer muss die zugesagte Qualität sein. Dabei biete eine EU-Weinrechtsänderung die Möglichkeit zu mehr Eigenverantwortung für die Regelungen der Weine mit geschützter Herkunftsbezeichung. ak