Weinbautage Pfalz 2017

Pfalz

© Bettina Siée
Weinbautage Pfalz 2017 Bei der Jahreshauptversammlung des Weinbauverbandes Pfalz blickte Präsident Klaus Schneider auf das sorgenvolle Jahr 2016 zurück und bedankte sich für jegliche Unterstützung. Schneider forderte, dass diese Regelungen in die regionale Verantwortung gehören, weil der Umweg über Brüssel zu lange dauere. Das Weingesetz wurde geändert, sodass nun Schutzgemeinschaften möglich sind, wie in anderen EU-Ländern. Details dazu werden derzeit geregelt. Schneider beklagte Personalmangel, der zum Beispiel bei der Landwirtschaftskammer Flurbereinigungsverfahren in Verzug bringe. Der Weinexport geht drastisch zurück, was Probleme verursacht. Schneider moderierte die Po- diumsdiskussion mit Andy Becht, Staatssekretär im Mainzer Weinbauministerium, Johannes Hübinger, Bundesverband Deutscher Weinkellereien und des Weinfachhandels sowie Norbert Weber, Deutscher Weinbaupräsident. Dieter Weidmann, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft, umriss den Weinmarkt. Zehn bis 20 Prozent der deutschen Bevölkerung konsumiert 80 Prozent des Weines. Weidmann stellt eine extreme Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels fest, was die Internationalität fördere. Die Discounter halten 49 Prozent am Weinabsatz, 22 Prozent werden direkt und im Fachhandel abgesetzt. Laut Weidmann wurde 2015 in der EU 165,8 Mio. hl Wein erzeugt, aber nur 114 Mio. hl konsumiert. Es sind also 51,8 Mio. hl zu viel Wein. Weltweit würden 34,4 Mio. hl Wein zu viel erzeugt. Deutscher Wein definiere sich über Herkunft, Rebsorte, Typizität und Authentizität. Wein werde als Kulturgut gesehen. „Wir brauchen neue Weinstile, mit denen wir neue Zielgruppen und Absatzwege erschließen können“, erklärte Weidmann. Das Profil der Anbaugebiete sollte gestärkt werden, um einen emotionalen Mehrwert der Produkte zu erreichen. Wie der deutsche Weinbaupräsident Weber erklärte, setzt hier die Kommunikationskampagne des DWI „Weine mit Herkunft“ an, die gerade weiter entwickelt werde.

Runder Tisch zu Problemen auf dem Fassweinmarkt

Laut Becht wird die Weinwirtschaft als Wirtschaftsfaktor wahrgenommen, was den Naturschutz nicht ausschließe. Die Branche brauche entsprechende Rahmenbedingungen, allerdings seien die Landesmittel begrenzt. Personalforderungen erklärte Becht eine glatte Absage. Er will Beratungsgespräche durch Apps ersetzen. Die Landesregierung rief alle am Fassweinmarkt Beteiligten zu einem Runden Tisch nach Mainz, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Johannes Hübinger, Bundesverband der Deutschen Weinkellereien und des Weinfachhandels, freut sich, dass endlich etwas für das Marketing der Basisweine getan werde. Es brauche noch viele Treffen und erfordere Durchhaltevermögen und Geduld, sagte Becht. Ina Schwarzbach erhielt den Innovationspreis für ihre Bachelorthesis mit der sie ihr Duales Studium Weinbau und Oenologie in Neustadt abschloss. Die Arbeit befasst sich mit dem Rebschnitt nach Simonit & Sirch, der versuchsweise am DLR Rheinpfalz praktiziert wird.

bs